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BookTok und Bookstagram „Selfpublishing ist nicht mehr nur ein Sprungbrett in einen Verlag“

Es geht auch ohne Verlag: Selbstverlegte Bücher können inzwischen mit Verlagstiteln mithalten und werden von Buchhändlern wie hier in der  Oldenburger Buchhandlung Thalia präsentiert.

Es geht auch ohne Verlag: Selbstverlegte Bücher können inzwischen mit Verlagstiteln mithalten und werden von Buchhändlern wie hier in der Oldenburger Buchhandlung Thalia präsentiert.

Luise Charlotte Bauer

Im Nordwesten - Ein eigenes Buch veröffentlichen, davon träumt wohl nahezu jeder Schriftsteller. Lange waren Autoren darauf angewiesen einen Verlag zu finden, der sie unter ihre Fittiche nimmt. Seit einigen Jahren wächst jedoch der Bereich Selfpublishing – auch dank der sozialen Medien.

#Bookstagram und #BookTok

Unter den Hashtags Bookstagram und BookTok veröffentlichen Buchblogger (auch Influencer oder Creator) Beiträge über Bücher auf den sozialen Netzwerken Instagram und TikTok. Dabei geht es hauptsächlich um eine emotionale und subjektive Bewertung der Werke. Was hat den Buchblogger zum Beispiel besonders berührt, was aufgeregt und was zum Lachen gebracht? Das wird in Videos sowie mit Bildern und Texten hervorgehoben. Ein beliebtes Genre bei Buchbloggern ist die Belletristik mit Sub-Genres wie New Adult, Young Adult, Fantasy.

#Bookstagram umfasst zurzeit 96,4 Millionen Beiträge auf Instagram. #BookTok zählt aktuell insgesamt 189,6 Milliarden Aufrufe auf TikTok.

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde am Samstag, 20. Oktober, erstmalig der TikTok Book Award in Deutschland verliehen. Als #BookTok Autorin des Jahres wurde Jana Crämer ausgezeichnet. Der Preis für das #BookTok Community Buch des Jahres ging an „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl – ebenso der Presi #BookTok Bestseller des Jahres. #BookTok Creator des Jahres wurde Tabea Grunert (@tabeajoanna). Zum #BookTok Verlag des Jahres wurde der dtv Verlag gewählt.

„Ehrlichkeit ist wichtig“

Laut dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels gäbe es zwar keine belastbaren Zahlen der selbstverlegten Titel, doch ginge man von einer steigenden Zahl an Veröffentlichungen im Selbstverlag aus. Möglich machen das Plattformen wie Kindle Direct Publishing – die Selfpublishing-Plattform des Onlineshops Amazon gibt es seit November 2007.

Autorin Laura S. Kunze Laura Kunze Gebrüder der Bernsteinkette finaler Band

Autorin Laura S. Kunze Laura Kunze Gebrüder der Bernsteinkette finaler Band

Tim Rosenau

Befeuert wird der Selbstverlag durch Bookstagram und BookTok, wie die Oldenburger Autorin Laura S. Kunze sagt. Erfahrungen rund um den Schritt in den Selbstverlag teilt sie wie auch viele weitere Autorinnen und Autoren über die sozialen Medien. „Es ist wichtig ehrlich zu sein und sowohl Gutes wie auch Schlechtes zu teilen“, sagt Kunze. Das würde viele Autoren ermutigen den Schritt ebenfalls zu wagen. So berichtet sie in Beiträgen über die Freude einer Buchveröffentlichung ebenso, wie über Tage mit Schreibblockade.

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Luise Charlotte Bauer
Im Nordwesten

Eigene Entscheidungen

„Mit einem Verlag musst du dich um nichts kümmern. Du darfst dich aber auch um nichts kümmern“, so die Autorin. Ein großer Vorteil des Selbstverlages sei es, dass das Werk nicht an ein Verlagskonzept angepasst wird und der Autor etwa über Titel und Cover selbst entscheiden kann. Das ginge jedoch auch mit einem erhöhten Arbeitsaufkommen einher: „Das muss man wollen und können – auch finanziell.“

Kommentar
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Luise Charlotte Bauer

Mehr Ansehen

In den vergangenen Jahren habe sich im Bereich Selfpublishing vieles geändert: „Heute brauchen sich Selfpublisher nicht mehr zu verstecken“, sagt Kunze. Noch vor rund zehn Jahren sei das Ansehen von selbstverlegten Werken im Vergleich zu Büchern aus großen Verlagshäusern noch geringer gewesen. „Ich erinnere mich, wie ich einmal darauf angesprochen wurde, dass mein Buch ja so schön aussieht, obwohl es im Selbstverlag entstanden ist“, so Kunze. Heute habe sich das stark gewandelt. Selfpublishing werde laut Kunze nicht mehr nur als Sprungbrett in einen Verlag angesehen: „Manche Autoren haben gar kein Interesse mehr, in einem Verlag zu veröffentlichen“, sagt Kunze.

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