Borkum - Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) lehnt niederländische Pläne zur Förderung von Erdgas in der Nähe der Nordseeinsel Borkum ab. Er sicherte den Borkumern Unterstützung zu und versprach, deren Interessen bei einer Umweltverträglichkeitsprüfung für das Großprojekt einzubringen. „Es gibt über die grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung sehr wohl Möglichkeiten Niedersachsens, darauf einzuwirken“, sagte Althusmann bei der Konferenz der Inselbürgermeister und Landräte am Mittwoch in Oldenburg. Weil das geplante Fördergebiet auf niederländischer Seite liegt, könne man das niederländische Wirtschaftsministerium freilich nur bitten, die deutschen Belange zu berücksichtigen. „Ich hielte es für ein schwerwiegendes Signal, wenn in der Nähe des Weltnaturerbes Bohrungen vorgenommen werden, deren Auswirkungen noch nicht vollständig geprüft sind. Deshalb sehen wir diesem Vorhaben sehr skeptisch entgegen.“ Das Weltnaturerbe dürfe nicht gefährdet werden.

Der Borkumer Bürgermeister Georg Lübben freute sich über die Unterstützung in Sachen Erdgasbohrung. Weitere Probleme der Inseln bestehen in der Erreichbarkeit und Verschlickung der Häfen. Das Land unterstütze das Ausbaggern mit einer neuen Förderrichtlinie, sagte Minister Althusmann. Ein Problem bleibt, dass die Inseln bei begrenzter Einwohnerzahl eine Reihe von Einrichtungen wie Feuerwehr vorhalten müssen. Die Finanzierung einer Drehleiter (600.000 Euro) oder eines Feuerwehrhauses (vier Millionen Euro) sei für die Insel Borkum enorm schwierig, klagte Bürgermeister Lübben.