BORNHORST - BORNHORST - Lautes Jagdhornblasen ertönt in der Nähe des großen Bornhorster Sees. 20 gespannte Kindergesichter schauen drei Jägern bei ihrem Treiben zu. Ferienzeit ist Ferienpass-Zeit, und gestern fand eine Aktion beim Hegering Oldenburg-Nord statt.

Zur Begrüßung brachten die Waidmänner den Kindern am Waldesrand ein kleines Ständchen dar. Danach durften die Jungen und Mädchen den Jägern des Hegerings bei ihrer alltäglichen Arbeit in Wald und Wiese über die Schulter schauen. Dazu wurden Fünfergruppen gebildet, und es galt für die Acht- bis Zwölfjährigen, verschiedene Stationen zu entdecken.

„Wer hat Lust, durch den Feldstecher zu sehen?“, fragte Jäger Heiko Schröder, und schon gingen alle Hände in die Luft. Mit ein bisschen Koordinationshilfe der Erwachsenen konnten die Kinder Tiere in der Ferne beobachten und durften raten, um welche Art es sich dabei handelt.

Danach gab es einen kleinen Einblick in die Utensillienkiste eines Jägers. Zum Beispiel eine kleine Pfeife. „Damit können wir Rehkitze anlocken. Das ist notwendig, wenn die Bauern ihre Felder abernten wollen. Mit der Pfeife bringen wir die Tiere aus dem Gefahrenbereich“, erklärte Schröder.

An der nächsten Station gab es für die Kinder das Infomobil zu besichtigen. Das ist ein Austellungswagen, in dem ausgestopfte Tiere und ein Hornissennest zu besichtigen sind. „Das Infomobil haben wir ganz neu“, erzählte Naturschutzobmann Heiko Pape. „Allerdings war wegen der ausgestopften Tiere eine Genehmigung des Landkreises Oldenburg nötig.“ Anhand der Exponate erklärten die Jäger den Kindern, wo welches Tier lebt. Zudem erfuhren sie, wie Tollwut bei Füchsen eingegrenzt wird und warum der kleine Fuchsbandwurm auch für den Menschen gefährlich ist. „Über 50 Prozent der im Vorjahr geschossenen Füchse hatten den Bandwurm“, erklärte der ehemalige Hegeringleiter Herwig Witte. „Da sich die Eier leicht übertragen, sollte man die Finger von toten Füchsen lassen.“


Am besten fanden die Kinder allerdings das Damwildgehege und den Ausblick vom Hochsitz. „Ich finde es toll, dass man von hier die Tiere so gut beobachten kann“, schwärmte der neunjährige Lukas. Dass auch das unbeständige Wetter der guten Laune keinen Abbruch tat, erfreute den Organisator und stellvertretenden Hegeringsleiter Hans-Herrmann Mohrmann ganz besonders. „Für das erste Mal, bin ich sehr zufrieden, und wir wollen die Aktion in den nächsten Jahren natürlich verfeinern.“