Dr. Matthias Peiler, Arzt beim Kreisgesundheitsamt, spricht über die Gefahr durch Zecken. Sie können Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.
Sind dem Landkreis Fälle von FSME und Borreliose bekannt?
PeilerDa beide Krankheiten nicht meldepflichtig sind, gibt es dazu keine mir bekannte Statistik.
Ist FSME in Norddeutschland überhaupt ein Thema?
PeilerDas Klima in Norddeutschland scheint da einen Riegel vorzuschieben. Das primäre Erregerreservoir sind Kleinsäuge- und Nagetiere, aber auch Vögel, und kann unter den hiesigen klimatischen Bedingungen nicht verbreitet werden. Das FSME-Virus wird über den Zwischenwirt Zecke auf den Menschen übertragen.
Also braucht man sich hier nicht impfen zu lassen?
PeilerNicht, wenn man nicht vorhat in ein betroffenes Gebiet wie Süddeutschland, Mittel- und Osteuropa zu reisen.
Wie sieht es aber mit Borreliose aus?
PeilerDagegen gibt es noch keine Impfung. Im Falle einer Erkrankung ist eine antibiotische Behandlung erforderlich. Allerdings ist die Borreliose das Chamäleon unter den Krankheiten. Manchmal ist sie als solche nur schwer erkennbar: Die Symptome und die befallenen Organe können sehr unterschiedlich sein.
Gibt es nicht eine Rötung rund um den Biss?
Peiler Bei den meisten Insektenstichen oder -bissen reagiert die Haut mit einer Rötung. Im Normalfall gibt es bei Borreliose die Wandelröte, die sich innerhalb von zwölf bis 24 Stunden ausdehnt und dann wieder abklingt. Das muss aber nicht zwingend sein.
Wie wahrscheinlich ist eine Ansteckung?
PeilerDas ist schwer zu sagen. Es gibt eine Untersuchung, die belegt, dass wohl jede hundertste Zecke den Erreger in sich trägt. Allerdings wird er erst meist am Ende des Saugvorgangs übertragen.
Wie kann man sich schützen?
PeilerWichtig ist, sich und seine Kinder genau auf Zecken zu untersuchen, wenn man im Wald unterwegs war, und diese frühzeitig mit einer Pinzette vollständig zu entfernen
