BRAKE - Wasser ist nass und Wasser macht Spaß. Die Aktion Zu Lande, zu Wasser und in der Luft im Rahmen der Veranstaltungsreihe Zwei Städte ein Fluss der City-Offensive Niedersachsen Ab in die Mitte! war nicht nur eine Gaudi. Sie war auch lehrreich und pädagogisch wertvoll.
Das bestätigte etwa Heike Seiferth, freiberufliche Dozentin an der Kunstschule im Packhaus. Bei sieben Treffen und in 26 Arbeitsstunden entstanden hier vier Papierboote für die Regatta. Sie war einer von drei Höhepunkten des Spektakels im ehemaligen Kaiserhafen und jetzigen Kanalhafen. Bei Kaiserflug, Papierboot-Regatta und Kaiserrutsche amüsierten sich Teilnehmer und Publikum gleichermaßen.
Sechs Kinder im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren waren die ganze Zeit über in der Kunstschule mit Feuereifer dabei. Das hat allen und auch mir jede Menge Spaß gemacht, berichtete die 45-jährige Kunstpädagogin.
Die Kinder hätten erleben können und aktiv daran mitgearbeitet, als aus ihren zum Teil verrückten Ideen für Boote wirkliche Wasserfahrzeuge wurden.
Schön anzusehen waren alle vier Boote - zu denen noch zwei weitere kamen, die außerhalb der Kunstschule das Licht der Welt erblickt hatten. Aber würden sie sich auch über Wasser halten können?
Kurz bevor Moderator Ludger Abeln vom Norddeutschen Rundfunk das Startsignal gegeben hatte, machte sich unter den Kindern Unruhe breit. Doch sämtliche Kunstwerke aus Papier, Pappe und ganz viel Kleister trugen ihre kleinen Besatzungsmitglieder zurück an die Rampe.
Am schnellsten waren Bernhard Müller und Elias Holthusen. Sie hatten für die Strecke lediglich 45 Sekunden gebraucht. Cäcilie Müller und Jette Rüthemann, die einzigen Mädchen unter den Teilnehmern der Papierboot-Regatta, erkämpften sich den zweiten Platz.
So viel Standfestigkeit wie die Boote der Kinder bewiesen die drei Konstruktionen der Erwachsenen beim Kaiserflug als dem ersten Wettbewerb bei weitem nicht. Die Akteure mussten von einer kleinen Rampe aus fliegenderweise starten, sollten dann auf einem zehn Meter entfernten Atoll landen und eine Glocke läuten. So weit die graue Theorie, die in der Praxis etwas anders aussah. Auf dem Siegertreppchen standen schließlich Olaf Tülp und Bastian Zon.
Dass Wasser nass ist und Spaß macht von dieser Erfahrung konnten Lars Herla und Karsten Korpis gar nicht genug bekommen. Die Beiden waren nicht nur die Hauptsponsoren von Zu Lande, zu Wasser und in der Luft.
Sie traten außerdem beim Kaiserflug an und bei der Kaiserrutsche, dem letzten Wettbewerb. Bei dieser Disziplin fuhren oder flogen zwölf fantasievoll verkleidete Gestalten vom Kaisersteg aus mit Fahrrädern und ähnlichen Gefährten ins Wasser.
Das Publikum konnte unter anderem einige weitere stadtbekannte Unternehmer und den Ratsherrn Michael Kurz baden gehen sehen.
Durch ihren Applaus bestimmten die rund 800 Zuschauer den Sieger. Sie entschieden sich für die Bürokauffrau Katharina Nehring. Die 21-Jährige machte im Dirndl eine gute Figur.
Nach der Gaudi am und im ehemaligen Kaiserhafen atmete Tina Tönnies, Geschäftsführerin von Brake Tourismus & Marketing, erst einmal tief durch. Ein großes Lob spendete sie der Zusammenarbeit mit den Hilfsorganisationen DLRG, THW und DRK. Es hätten ruhig ein paar Teilnehmer mehr sein können, erwähnte Tina Tönnies einen kleinen Schwachpunkt der Veranstaltung. Doch sie ist zuversichtlich, dass Kaiserrutsche, Kaiserflug und Papierboot-Regatta auch im nächsten Jahr wieder die Menschen erfreuen und den Hafen beleben werden.
