BRAKE - Die Initiative sieht eine aktive Einbindung des Kreisschulamtes vor. Im Landkreis Ammerland wird das Modell bereits erfolgreich praktiziert.

von lore timme-hänsel

BRAKE - In der Wesermarsch gibt es rund 500 Ausbildungsplätze, deutlich mehr als 2005, aber trotzdem werden Jugendliche leer ausgehen. Der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler nahm das gestern zum Anlass, mit Kreishandwerkerschaft und Industrie- und Handelskammer über eine Ausbildungsplatz-Initiative für die Wesermarsch zu diskutieren. Nach Thümlers Vorstellungen soll der neu gewählte Kreistag den Startschuss für die Initiative geben.

Gemeinsam mit dem Landkreis soll ein dreistufiges Ausbildungsplatzkonzept entwickelt werden, in welches das Schulamt aktiv eingebunden wird. Das sieht so aus: Das Schulamt schreibt im März/April alle Schulen an und erfragt die Adressen und Berufswünsche der Schulabsolventen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben. Diese Liste geht an die Kreishandwerkerschaft, die Industrie- und Handelskammer, die Agentur für Arbeit und andere relevante Akteure auf dem Arbeitsmarkt. Im nächsten Schritt sind Vorbereitungen auf Vorstellungsgespräche und Einstellungstest vorgesehen. In der dritten Stufe soll das Schulamt alle Ausbildungsbetriebe in der Wesermarsch anschreiben und abklären, wo es noch freie Ausbildungsplätze gibt. Diese Rückmeldungen werden dann mit den Listen aus den Schulen abgeglichen.

„Mit einer einfachen und klaren Struktur haben wir mehr Erfolg als mit Runden Tischen“, ist Thümler überzeugt. Er verweist auf den Landkreis Ammerland, wo ein solches Modell bereits praktiziert wird und die Arbeitslosenquote bei den unter 25-Jährigen auf 9,7 Prozent gesunken ist – die neuntniedrigste Quote bundesweit.

Positiv bewertete der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Thomas Sturm, das Konzept: „Damit können wir schnell und schlank aktiv werden und konkret vermitteln.“ Das Konzept sei ein guter Ansatz, um zu einer effizienteren Vermittlung zu kommen, erklärte IHK-Vizepräsident Jan Müller, es löse jedoch nicht das Problem der mangelnden Ausbildungsfähigkeit bei vielen Jugendlichen. Es hapert nach den Erfahrungen von Kreishandwerksmeister Kurt Breipohl nicht nur an den schulischen Leistungen, oft fehlen auch Motivation und Disziplin.