BRAKE - 56 Auszubildende aus Weser-Ems und dem Landkreis Cuxhaven traten zum Gebietsentscheid in Brake an. Zwölf qualifizierten sich für den Landesentscheid.
von lore timme-hänsel
BRAKE - Die Luft im Unterrichtsraum ist zum Schneiden dick, an den Computern sitzen hochkonzentriert Auszubildende in der Landwirtschaft und arbeiten sich durch die Ackerschlagdatei. Sie haben nur 30 Minuten Zeit, um mit dem EDV-Programm die Menge an Saatgut, Düngung und den Ernteertrag für ein 7,23 Hektar großes Feld zu berechnen.Die Auszubildenden gehören zu den 56 Teilnehmern aus Weser-Ems und dem Landkreis Cuxhaven am Gebietsentscheid im Berufswettbewerb, der gestern in den Berufsbildenden Schulen in Brake ausgetragen wurde. Sie haben sich unter rund 2000 Auszubildenden bei den Vorentscheiden an den Berufsschulen qualifiziert. Veranstalter des Wettbewerbs unter dem Motto „Grüne Berufe sind voller Leben – Mit uns wächst die Zukunft“ sind die Landwirtschaftskammer Niedersachsen, die Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wesermarsch und der Niedersächsische Landvolkverband. Die Sieger des Gebietsentscheids qualifizieren sich für den Landesentscheid am 12. und 13. April in Nienburg.
Die Auszubildenden vom Berufsgrundbildungsjahr bis zum dritten Fachjahr haben anspruchsvolle theoretische und praktische Aufgaben zu lösen, sie müssen ihre rhetorischen Fähigkeiten und ihr Allgemeinwissen unter Beweis stellen. „Da würde auch mancher Richter ins Schwitzen kommen“, sagt Ellen Padeken, Landjugendberaterin an der Landwirtschaftskammer.
Hochkonzentrierte Stille herrscht auch bei der Bestimmung von Getreidearten und Düngelmittelsorten. Die Jugendlichen nehmen die Pflanzen, die sich im frühen Wachstumsstadium befinden, genau unter die Lupe, um anhand von Häutchen, Härchen und Öhrchen Wintergerste von Winterweizen und Winterroggen, von Hafer und Welschem Weidelgras zu unterscheiden. Auch beim Mineraldünger müssen die verschiedenen Sorten (Kornkali, Kainit, Schwefelsaures Ammoniak und Diammonphosphat) unter den Blicken von Lehrkräften und Ausbildern bestimmt werden.
In der Holzwerkstatt ist dagegen das Reden nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht. Zu zweit im zufällig zusammengesetzten Team muss ein hochklappbares Pult für die Schreibarbeit im Stall gebaut werden. Neben handwerklichem Geschick ist hier Teamfähigkeit gefragt. An der Werkbank muss sich der eigenbrötlerische Konstrukteur mit dem ergebnisortierten Pragmatiker zusammenraufen.
Während die Köpfe bei den berufstheoretischen Fragen zur Schweinehaltung und zu EU-Regelungen in der Tierhaltung noch rauchen, legen sich andere bereits rhetorisch ins Zeug. Zur Wahl stehen die Vortragsthemen „Der Landwirt als Energiewirt“ und „Partnerwahl in der Landwirtschaft“. Kommunikationsfähigkeit wird auch im Berufsleben eines Landwirts immer wichtiger.
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Jennifer Meyer vertritt die Wesermarsch
