Brake/Elsfleth - „Der Strukturwandel ist noch nicht beendet.“ Dass die Zukunft auch für die Genossenschaftsbanken noch einige Herausforderungen bereit hält, macht Vorstand Gerd Borchardt deutlich – und bemüht eine Zahl: Ende 2016 gab es bundesweit noch 972 Volks- und Raiffeisenbanken, 1997 waren es noch rund 2800. Rückläufigen Zahlen bei den Bankstellen stehe immerhin ein deutliches Plus bei den Mitgliedern gegenüber.
Und das gilt auch für die Raiffeisenbank Wesermarsch-Süd: Die Zahl ihrer Mitglieder stieg im Jahresvergleich bis Ende 2016 auf 9528 an (plus 26). Selbes gilt für die Anzahl der Geschäftsanteile, die von 17 036 auf 17 294 zunahmen.
Am Dienstagabend stellte Borchardt den Vertretern in der Stadthalle Elsfleth die Zahlen des Geschäftsjahres 2016 vor. Und das sei „trotz schwieriger Rahmenbedingungen zufriedenstellend“. In Zahlen bedeutet das: Die Bilanzsumme der Bank ist um 2,6 Prozent auf 244 Millionen Euro gestiegen, bei den Kundeneinlagen gab es ein Plus von 167,5 auf 176,4 Millionen Euro. Das Ergebnis aus der normalen Geschäftstätigkeit hat sich von 1,55 auf 1,83 Millionen Euro verbessert. Die Erträge im Zins- und Provisionsgeschäft waren leicht rückläufig, auch vor dem Hintergrund der seit Jahren anhaltenden Niedrigzinsphase. Höher waren durch Umstrukturierungen Personal- und Verwaltungsaufwendungen. Bei einem Bilanzgewinn von 415 000 Euro (nach 409 000 Euro) gab die Vertreterversammlung grünes Licht für eine Dividende von sechs Prozent. Ausgeschüttet werden gut 163 000 Euro.
Gute Nachricht gab es auch für Elsfleth (Vorstand Christiane Thürlings: „Der am stärksten wachsende Markt“): Nachdem in der Stadt Mitte Juli die neuen Beratungsräume an der Kaje bezogen wurden, stehen auch in Bardenfleth Änderungen an: Nach einem Jahr liege nun die Baugenehmigung vor, so Thürlings. Startschuss für den Umbau des Gebäudes, das Ende 2015 durch eine missglückte Geldautomaten-Sprengung schwer beschädigt worden war, soll Anfang Oktober sein. In dem Gebäude entstehen neben Beratungsräumen auch drei Wohnungen. Die Selbstbedienungszone bleibt im Anbau. Für Ende Februar 2018 rechnet der Bankvorstand mit der Fertigstellung. Zu diesem Zeitpunkt räumt die Bank auch ihre Räume in Großenmeer, eine Selbstbedienungszone bleibt. Das gilt bereits für Motzen. Hier sei es gelungen, einen weiteren Mieter zu finden, so dass mit einem Arzt und einem Pflegedienst „ein medizinnahes Zentrum entsteht“, so Thürlings.
Zentrale Herausforderung der Zukunft ist für den Vorstand die Digitalisierung. Und damit geht es ins Jubiläumsjahr 200 Jahre nach der Geburt von Friedrich Wilhelm Raiffeisen.
