BRAKE - Böse Zungen behaupten, Marcel Nagel ist ein „Mädchen für alles“ im Christophorus Haus. Der FSJler legt Wäsche zusammen und verteilt diese, singt mit den Bewohnern, deckt die Tische zu den Mahlzeiten ein, reicht das Essen an und unterstützt die Senioren bei der Hygiene.
„Mich stört das nicht, ich wusste, was auf mich zukommt. Natürlich drückt ein Kumpel auch mal einen Spruch. Ich entgegne dann: Was wollt ihr später machen, wenn ihr auf Hilfe angewiesen seid?“, kontert der 21-Jährige.
Für Marcel ist das Freiwillige Soziale Jahr, das er am 1. September begonnen hat, mehr als nur eine Übergangsphase bis er sich im Klaren darüber ist, was er machen will. Der Elsflether sieht seine berufliche Zukunft in der Altenpflege oder in der Gesundheits- und Krankenpflege, in der auch seine Freundin Shannon in Köln tätig ist.
Knapp 400 Euro im Monat
Für das geringe „Taschengeld“ der Diakonie Oldenburg, etwa 400 Euro monatlich, muss der Realschul-Absolvent fünf Tage die Woche je sieben Stunden arbeiten, dazu jedes zweite Wochenende. Abzüglich der Zugfahrten, der kommenden Führerscheinkosten sowie des Handyvertrages bleibt am Ende des Monats nicht viel Geld übrig. „Ich habe einfach Spaß daran, anderen zu helfen. Wenn die Leute lächeln, ist das Dank genug für das freiwillige Engagement“, bleibt Marcel Nagel bescheiden. Die persönlichen Gespräche seien zudem äußerst aufschlussreich. „Da denkt man: wow. Geschichten von Zeitzeugen zu hören ist etwas ganz anderes, als es im Internet nachzulesen.“
Freizeit ist knapp bemessen
In seiner knapp bemessenen Freizeit engagiert er sich in der Freiwilligen Feuerwehr Elsfleth, unternimmt etwas mit Freunden oder schraubt am Auto seines jüngeren Bruders. „Ich helfe total gern Leuten. Alle sagen immer: Du bist so nett und kannst toll mit Menschen umgehen und hast dabei eine angenehm ruhige Stimme.“ Die habe er während seiner Zeit bei der Bundeswehr, die er nicht missen will, zwar verloren, doch das komme ihm nun zugute, sagt er schmunzelnd.
