BRAKE - Die Braker Unternehmensgruppe J. Müller blickt auf eine, so Vorstandsvorsitzender Jan Müller, „stabile Geschäftsentwicklung im Jahr 2011“ zurück. Im Seeverkehrsumschlag hat der Braker Hafen um 2,95 Prozent zulegen können. 5,34 Millionen Tonnen wurden 2011 umgeschlagen gegenüber 5,19 Millionen Tonnen im Jahr 2010.
Im Binnenhafen fallen die Zuwachsraten noch deutlicher aus. Die Umschlagsmenge konnte von 6,2 auf 6,6 Millionen Tonnen gesteigert werden. Das entspricht einem Plus von rund 6 Prozent.
Für das laufende Jahr rechnet Jan Müller insgesamt mit einem weiteren „moderaten Wachstum“. Der Braker Hafen sei „als Nischenanbieter gut aufgestellt“, sagt er. Damit das so bleibt, will die Gruppe in diesem Jahr rund 9 Millionen Euro investieren. Schwerpunkte bilden hier die Weiterentwicklung des Getreide- und Futtermittelgeschäfts sowie die Vollerschließung des Niedersachsenkais, dessen zweiter Liegeplatz am 3. Mai eingeweiht wird. Geld will die Gruppe aber auch in eine weitere Qualifizierung und Spezialisierung ihrer Beschäftigten stecken.
Lagerhallen gekauft
Die J. Müller Agri Terminal hat im vergangenen Jahr im Seeverkehr rund 2,7 Millionen Tonnen umgeschlagen und damit das Vorjahresniveau gehalten. Ein Rückgang der Importmengen von Getreide habe durch eine leichte Steigerung bei den Futtermittelankünften kompensiert werden können, berichtet Geschäftsführer Thomas Bielefeld.
Agri Terminal setzt laut Bielefeld weiterhin auf Diversifikation und will unter anderem das Geschäft mit Düngemitteln und Biomasse ausbauen. Um hier entsprechende Kapazitäten vorhalten zu können, hat die Gruppe zum 1. Januar die ehemaligen Bulk-Lagerhallen am Binnenhafen aufgekauft.
Großkunde springt ab
Für 2012 erwartet Bielefeld eine Stabilisierung. Allerdings gibt es auch eine bittere Pille zu schlucken. Ein Großkunde ist nach Auskunft des Geschäftsführers nach Rotterdam und Amsterdam abgewandert. Grund sei mangelnder Tiefgang der Unterweser, der es Schiffen der Panamax-Klasse unmöglich macht, voll beladen den Braker Hafen anzulaufen. Entsprechend sehnen Bielefeld und seine Kollegen die weiter ausstehende Weservertiefung herbei.
Zuwächse vermeldet Hartmut Wolberg als neuer Geschäftsführer der Breakbulk Terminal (BBT). Nach Auskunft des 44-Jährigen, der bislang für DHL in Brüssel tätig war und nun seit drei Monaten die BBT-Geschäfte leitet, konnte die Umschlagsmenge von 1,629 auf 1,764 Millionen Tonnen gesteigert werden (plus 8,3 Prozent). Damit hat sich bei BBT auch die Kurzarbeit erledigt.
Der stark konjunkturabhängige Bereich Zellstoff habe sich auf Vorkrisenniveau erholt. Im Holz-Geschäft sei der US-Markt eingebrochen. Erfreulich habe sich dafür der Holz-Export in nordafrikanische Länder entwickelt. Der Bereich Eisen und Stahl habe sich durch neue Projekte im Bereich der Großröhrenverladung ab dem zweiten Halbjahr 2011 erholt. Im Bereich Baustahl gab es indes einen Rückgang. Als ein neues Geschäftsfeld habe BBT den Umschlag von Schrott etablieren können, so Wolberg.
Zu einem „gefragten Spezialdienstleister“ habe sich der Hafen im Bereich Windenergieanlagen entwickelt. Hier sieht Wolberg weiteres Potenzial. „Der Markt brummt“, sagt dazu der Geschäftsführer. Eine „Sogwirkung“ verspricht er sich vom zweiten Liegeplatz am Niedersachsenkai.
