Brake - Bereits seit 17 Jahren präsentieren sich Landvolk und Landfrauen auf dem Herbstmarkt. Auch am Samstag gab es in der Braker Fußgängerzone wieder Hausgemachtes, Eingemachtes und Selbstgemachtes an zahlreichen Ständen rund um die Erntepyramide und die Erntekrone.
Letztere, in diesem Jahr angefertigt vom Landvolk Nordbutjadingen, hat vier Streben, jede Strebe steht für ein Gefühl: Freude, Dank, Sorge und Hoffnung. Freude über die Ernte, Dank für den Rückhalt in der Bevölkerung, Sorge um den Wolf, Hoffnung auf stabilere und bessere Preise für ihre Erzeugnisse – so kann man wohl die Seite des Landvolks zusammenfassen. Allerlei Mittel als Dank, zum Freudebereiten, gegen Sorgen oder für die Hoffnung haben indes die Landfrauen. Die NWZ hat an den Ständen nach Empfehlungen gefragt.
Freude
Wenn es einem selbst gut geht oder man anderen eine Freude machen möchte, wird man bei den Landfrauen natürlich sofort fündig. „Kerzen und Blumen, damit es besonders gemütlich ist“, empfiehlt beispielsweise Bettina Wilkens von den Landfrauen Rodenkirchen. Für Naschkatzen und -kater hat Marga Hellwig, Landfrauen Großenmeer, eine ganz besondere Leckerei im Angebot: Eierlikörtrüffel. Oder eine andere Spezialität aus eigener Herstellung? „Der Duft von Selbstgebackenem ist doch immer schön“, ist sich Alke Feise-Addicks von den Landfrauen Strückhausen-Neustadt sicher. Eine ganz andere Freude hat derweil die sechsjährige Romy: „Mein Kürbis wird ganz gruselig!“, freut sie sich, während sie ihren kleinen Kürbis beim Landvolk bemalt. Denn nicht nur der Verkauf gehört zum Herbstmarkt in der Fußgängerzone, auch verschiedene Aktionen für Kinder. Kürbisse zum Bemalen, die Rallye über den Herbstmarkt und natürlich auch Tiere sorgten, gerade bei den Kindern, für Freude.
Dank
„Apfelkuchen zum Beispiel, der gehört jetzt einfach dazu!“, so Feise-Addicks. Als kleines Dankeschön für einen netten Menschen ist Apfelkuchen – natürlich mit Äpfeln aus der Region – für Alke Feise-Addicks die perfekte Verbindung der ersten beiden Streben. Dazu vielleicht noch einen Korb mit hausgemachter Marmelade. Und wenn doch die Sorgen drücken?
sorge
„Ein Roggenkissen warm machen und die Füße drin einwickeln“, das sorgt für Entspannung und damit für weniger Ballast auf den Schultern, empfiehlt Marga Hellwig. Und wenn man seine Sorgen lieber runterspült, haben die Landfrauen auch etwas in petto – und nein, keinen Alkohol. „Holunderbeersaft!“, so Alke Feise-Addicks. „Zum Beispiel als Suppe mit Griesbrei“, das sorge zumindest bei Sorge oder Krankheit in ihrer Familie immer für lächelnde Gesichter. „Das schmeckt einfach gut“, weiß da aus Erfahrung Tochter Christine Addicks, die am Samstag für die Landjugend Strückhausen-Neustadt bei der Erntepyramide hilft. Auf die Kraft des Holunders schwört übrigens auch Bettina Wilkens.
Hoffnung
„Eigentlich steht alles, was wir hier verkaufen, für Hoffnung“, erklärt Bettina Wilkens, denn: „Wir hoffen natürlich, dass die Ernte im nächsten Jahr mindestens genau so ausfällt oder besser wird.“ Das sehen auch die Landfrauen aus Strückhausen und Neustadt so und zeigen auf den Brotaufstrich. „Fruchtiger Sommer“. „Das wünschen wir uns!“
