Brake - In das schon Jahre ungenutzte Braker Bahnhofsgebäude soll bald wieder Leben einziehen: „Wir liegen in den letzten Zügen der Mietvertragsverhandlungen und planen derzeit schon den geforderten Ausbauzustand“, berichtet Stefan Steinert, Geschäftsführer der Aedificia Infrastruktur- und Entwicklungsgesellschaft mbH auf Nachfrage der NWZ. Aber auch: „Mehr ist dazu bis dato nicht zu berichten.“
Das Unternehmen mit Sitz in Frankfurt am Main ist auf Kauf und Entwicklung von Sonderimmobilien – insbesondere Bahnhofsempfangsgebäude und Bahnflächen – spezialisiert. Der Projektentwickler hatte im vergangenen Jahr das Braker Bahnhofsgebäude gekauft und eine gewerbliche Nutzung angekündigt.
Das Bahnhofsgebäude hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: In den Jahren 1899 und 1900 von Ludwig Klingenberg gebaut, diente es über Jahrzehnte seinem ursprünglichen Zweck: Bahnreisenden allen benötigten Service und Komfort zu bieten. Seit den 1990er Jahre steht es allerdings leer. Die Deutsche Bahn benötigte es nicht mehr, fand allerdings auch keinen Käufer und sprach schließlich sogar von Abriss. Für einen Kauf durch die Stadt und Umbau zum Rathaus fand sich keine politische Mehrheit.
2013 hat dann der Ganderkeseer Immobilienunternehmer Karl-Heinz Kaiser das Gebäude gekauft. Mehrere Nachnutzungen (Wohnungen und Gastronomie) konnten allerdings nicht realisiert werden. Sporadisch genutzt wurde es lediglich vom Verein „Erhalt des Braker Bahnhofs“.
Von Kaiser hat schließlich die Aedificia GmbH die Immobilie mit 1500 Quadratmetern Nutzfläche Ende April 2017 erworben – im Nachgang einer Auktion, bei der kein Gebot abgegeben worden war. Zum Kaufpreis machten beide Seiten keine Angaben. Das Unternehmen entwickelt nach eigenen Angaben bundesweit Immobilien an mehreren Dutzend Standorten, ein Großteil davon Empfangsgebäude von Bahnhöfen.
„Wir sind nah dran an Unterschriften“, hatte Stefan Steinert allerdings bereits Ende Januar dieses Jahres gegenüber der NWZ über den Stand der Verhandlungen mit möglichen Betreibern gesagt, die dem altehrwürdigen Gebäude neues Leben einhauchen sollten. Die Rede war seinerzeit von einer Hotel-Nutzung und einer Bäckerei.
