BRAKE - Das ist natürlich ein tragisches Ereignis. Sabine Stöß, Mitarbeiterin im TUI Reisebüro im Famila-Center, ist betroffen über die Havarie des Kreuzfahrtschiffes Costa Concordia vor der toskanischen Insel Giglio. Mindestens sechs Passagiere kamen dabei ums Leben. Aber jede Reise birgt ein Risiko. Wo Menschen arbeiten, werden eben auch Fehler gemacht, sagt Sabine Stöß.
Unheimlich viele Kunden interessieren sich für Kreuzfahrten, verrät die 49-Jährige, denn es ist eine bequeme Art zu reisen. Der Urlauber sieht verschiedene Häfen in wenigen Tagen, ohne ständig seine Koffer packen zu müssen, glaubt Stöß den Grund für den seit Jahren wachsenden Markt zu kennen.
Die selbstständige Reiseberaterin Martina Fooken (Takeoff-Reisen) ergänzt: Es fasziniert den Urlauber, täglich ein neues Ziel anzusteuern. Und dabei muss er nicht auf den Standard eines guten Hotels verzichten, denn diese Liner bieten den kompletten Service, nicht nur was Wellness betrifft. Und das für die ganze Familie.
Eine bestimmte Altersgruppe lässt sich nicht ausmachen, wie Mathias Ostendorf, Inhaber des Reisebüros Holiday Land in der Bahnhofstraße, betont. Es gibt so viele Liner und Angebote, dass jeder fündig wird.
Auswirkungen auf den Reisemarkt für Kreuzfahrten erwartet er durch die Havarie der Costa Concordia nicht. Dieser Vorfall ist ohne Zweifel sehr schlimm. Aber offenbar hat in diesem Fall der Kapitän versagt. Heute morgen haben wir noch zwei Kreuzfahrten gebucht. Ich glaube nicht, dass Reisende sich dadurch beunruhigen lassen. Schiffsunglücke sind ja zum Glück eher selten.
Eine Einschätzung, die viele Bürger teilen, wie eine Umfrage der
NWZ
ergeben hat. Anna-Maria Bahr war bereits einmal an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Sie würde jederzeit wieder aufs Meer hinaus fahren. Was dort passiert ist, ist eine Tragödie. Aber auch das Flugzeug kann abstürzen oder der Zug entgleisen. Man kann dem Schicksal nicht aus dem Weg gehen, meint die 62-Jährige. Sie schätzt die Kombination zwischen den Vorzügen eines Hotels und der Möglichkeit, Tag für Tag neue Orte entdecken zu können.Die Rodenkircherin Marina Bruns (53 Jahre) und Oldenbrokerin Meike Breves (58) sind zwar auch schon mit dem Schiff verreist. Doch das waren Fahrten über nationale Flüsse. Ich vermute, das ist wesentlich ruhiger, merkt Marina Breves lachend an. Natürlich kommt man dadurch ins Grübeln. Aber für mich kommt so eine Tour auf dem Ozean sowieso nicht infrage. Ich muss links und rechts das Ufer sehen können, so Bruns.
Jacqueline Köhler (20) aus Brake und Sergej Belogubec (20) aus Nordenham werden auch in Zukunft Kreuzfahrten als mögliche Urlaubsform in Betracht ziehen. Nur wenn er sowas miterlebt hätte, würde er eine weitere Seefahrt ausschließen, meint Belogubec. Man kann überall verunglücken, mit dem Fahrrad, dem Auto und zu Fuß. Auch hier in Brake, glaubt der 67-jährige Johannes Winterboer.
Marion Jörges (67) schließt Kreuzfahrten ohnehin aus. Es ist zwar schön, das Bett immer dabei zu haben. Aber nicht mit 4000 Menschen an Bord, lautet ihre Begründung.
@ Ein Spezial unter
