BRAKE - Mit Solar- und Biogasanlagen werden Arbeitsplätze im ländlichen Raum geschaffen. Ein Massenwachstum erwartet die Landwirtschaftskammer nicht.

von lore timme-hänsel

BRAKE - Der sparsame Umgang mit Energie ist für Landwirte seit Jahren eine Selbstverständlichkeit. Der Energiebereich wird für die Landwirtschaft aber auch zunehmend als Einkommensquelle interessant. „Die Landwirtschaft wird sich nicht komplett verändern, aber im Detail“, sagt Christoph Gers-Grapperhaus vom Fachbereich Landtechnik der Landwirtschaftskammer Weser-Ems. Er referierte im Ausschuss für Wirtschaft, Landwirtschaft und Fremdenverkehr des Kreistages über das Thema „Erneuerbare Energien – Chancen für die Region“. Dabei stellte er kleine Projekte im landwirtschaftlichen Bereich in den Mittelpunkt und ging vor allem auf Solar- und Biogasanlagen ein.

Etwa 50 Prozent der verkauften Solaranlagen werden in Deutschland in der Landwirtschaft installiert, vor allem zur Stromerzeugung. Die Warmwasserbereitung mittels Solarenergie werde zurzeit noch etwas stiefmütterlich behandelt, es fehle an einer entsprechenden Förderung durch die Politik, sagte Gers-Grapperhaus. Jede installierte Solaranlage sei eine Förderung des örtlichen Handwerks, betonte er.

Auch der Nutzen von Biogasanlagen liegt für Gers-Grapperhaus auf der Hand: Schaffung von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum, Schutz des Klimas, der Umwelt und der Ressourcen. In der Wesermarsch fehle es allerdings an ackerfähigen Flächen, somit sei kein Massenwachstum dieser Anlagen zu erwarten.

Im Landkreis Cloppenburg sind bereits 50 Biogasanlagen in Betrieb, 20 weitere genehmigt und 20 beantragt. In der Wesermarsch sind es nur drei Anlagen. „Da ist noch Potenzial“, stellte Gers-Grapperhaus fest und appellierte an Politik und Verwaltung, Landwirte, die einen Bauantrag für eine Biogasanlage stellen, positiv zu begleiten und keine Vorbehalte zu haben.


Jeder Landwirt, der eine Biogas-Anlage betreiben wolle, habe sich das genau überlegt, betonte er. Die Investition von 1,5 Millionen Euro in eine 50-Kilowatt-Anlage, die es auf 8000 Volllaststunden pro Jahr bringt, erfordere einen gesunden landwirtschaftlichen Betrieb. Es müssen Rohstoffe und Flächen zur Verfügung stehen, Gebäude und Maschinen vorhanden sein. Der Betrieb muss ausreichend Arbeitskapazitäten haben, Biogasanlagen sind arbeitsintensiv und setzen fundierte Kenntnisse in der Gärbiologie voraus.

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