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Schifffahrt Kraftakt für den dicken Kurt

BRAKE - Darf’s ein bisschen schwerer sein? Fast 1000 Tonnen wiegt die Arbeitsplattform, die die Kräne der „Beluga Stavanger“ jetzt im Braker Hafen aus dem Wasser hievten und passgenau an Deck platzierten. Davor hatte das Spezialschiff der Beluga Shipping GmbH (Bremen) in Lübeck bereits Ankerwinden mit einem Gewicht von mehreren 100 Tonnen geladen.

„Knapp 1000 Tonnen Einzelgewicht – das ist auch für uns als Weltmarktführer im Projekt- und Schwergutmarkt kein alltäglicher Auftrag“, meinte Tambek Jakson, Cargo Superintendent von Beluga Shipping, zu der spektakulären Aktion im Braker Hafen. Jakson hatte dem Kapitän der „Beluga Stavanger“, die über eine Hebelastkapazität von 1400 Tonnen verfügt, bei der Verladung der Plattform beratend zu Seite gestanden.

Die Herausforderung bei diesem Auftrag, den die Tiefbau GmbH Unterweser (Tagu) mit Hauptsitz in Oldenburg erteilt hatte, bestand indes nicht allein im Gewicht der auf den Namen „Kurt“ getauften Plattform. Auch Kurts Ausmaße forderten den Beluga-Spezialisten eine Meisterleistung ab: 50 mal 22 Meter misst die Plattform, auf der zusätzlich noch Aufbauten sowie ein Mast angebracht sind.

Enorme Hebelwirkung

Kurt musste aufgrund seiner Größe zwischen den Kränen des Spezialschiffes hindurch gedreht werden. Dabei bewegten sich die Ausleger bis auf ihre maximale Reichweite von 25,8 Meter nach außen. „Die Hebelwirkung auf den Schiffskörper ist bei solchen Gewichten enorm“, erklärt Jakson. Zahlreiche Schaulustige verfolgten das Spektakel von der Pier, vom Wasser oder von der gegenüberliegenden Weserinsel Harriersand aus.

Umfangreiche Vorbereitungen waren schon im Vorfeld für die Verschiffung notwendig. Jakson: „Die Plattform ist eigentlich nicht für Verladungen konzipiert. Unsere Ingenieure haben dafür besondere Beschläge entwickelt, die am Schiff angebracht wurden.“ Auch das Ladegeschirr war eine Klasse für sich: Insgesamt rund 30 Tonnen schwer, wogen bereits einzelne Schäkel bis zu 600 Kilogramm.

4000 Seemeilen

Kurt soll in Odessa in der Ukraine helfen, die bestehenden Hafenanlagen auszubauen. Dazu wurden während der fünftägigen Liegezeit in Brake nicht nur Spezialgeräte, sondern zudem mehrere 1000 Tonnen Stahlprofile verladen.

Nach dem seefesten Fixieren aller Ladungsteile stach die „Beluga Stavanger“ wieder in See. Die Ankunft im rund 4000 Seemeilen entfernten Odessa ist für Donnerstag, 16. September, geplant. Dort werden Kräne Kurt wieder ins Wasser bugsieren. Für die „Beluga Stavanger“ geht es anschließend direkt weiter. In Indonesien sollen die in Lübeck geladenen Ankerwinden gelöscht werden.

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