BRAKE - Immer eine Handbreit Wasser unter dem Kiel wünschte Bürgermeister Roland Schiefke dem neuen Schubprahm, der am Mittwoch im Stützpunkt Klippkanne des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven in Dienst gestellt wurde. Mit dem Schubprahm werden Wasserbauer, Material und Geräte zu den Einsatzstellen im Aufgabenbereich des WSA zwischen Wangerooge und Brake gebracht.
„Die positiven Ereignisse reihen sich aneinander in Brake“, verwies Schiefke auf den am Montag eingeweihten Niedersachsenkai in unmittelbarer Nachbarschaft. Mit dem zu erwartenden vermehrten Schiffsverkehr auf der Weser sei es von besonderer Bedeutung, dass der Bund in moderne Ausrüstungsmittel zur Unterhaltung der Bundeswasserstraße investiere.
Zum Investitionsprogramm von mehr als sechs Millionen Euro gehören der Schubprahm für rund 1,5 Millionen Euro und zwei Arbeitsschiffe. Ersetzt werden die Motorboote „Spring“ (Baujahr 1957), „Brake“ (Baujahr 1963) und „Sürwürden“ (Baujahr 1963) sowie drei über 40 Jahre alte Prähme. „Es ist eine wunderbare Investition, die Arbeitsplätze in Brake erhält und schafft“, freute sich Schiefke.
Der Schubprahm wurde von der Schiffswerft Bolle in Derben (Sachsen-Anhalt) gebaut. Er ist 30,25 Meter lang, 8,70 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,20 Meter. Der Prahm verfügt über eine Auffahrrampe für Baugeräte bis zu 40 Tonnen, einen Laderaum für Baumaterialien bis zu 80 Tonnen und einen Aufenthaltsraum für die Wasserbauer. Für Stabilität an den Einsatzstellen sorgen hydraulische Ankerpfähle mit Zahnstangen.
„Ein Prahm dieser Größenordnung ist für unseren Betrieb mit rund 40 Mitarbeitern von einiger Bedeutung“, sagte Lothar Bolle, Geschäftsführer der Werft. Die gute Zusammenarbeit bei der Konzeption und Projektabwicklung hoben Baudirektor Peter Bielke von der WSA-Fachstelle Maschinenwesen Nord in Rendsburg und Werner Kinkartz, Leiter des WSA Bremerhaven, hervor.
Das erste der beiden neuen Arbeitsschiffe wird voraussichtlich im Dezember in Dienst gestellt. Es ist derzeit auf der Fassmer-Werft in Berne in Bau, die sich in einer europaweiten Ausschreibung durchgesetzt hatte. Das Schiff wird auf den Namen „Ruschsand“ getauft, ein Vorschlag des bisherigen Leiters des WSA-Außenbezirks Blexen, Alfred Bätza. Er hat die Leitung der Nassbaggerei Küste übernommen, sein Nachfolger ist Olaf Meyer.
Der Bau des zweiten Arbeitsschiffes soll noch in diesem Jahr vergeben und 2011 in Dienst gestellt werden.
