BRAKE - Mit der Entsorgung von Dieselöl und weiteren umweltgefährdenden Stoffen wurde am Mittwoch im Dock 3 der Bremerhavener Dockbetriebe im Fischereihafen begonnen. An Bord der „Hoheweg“ befanden sich unter anderem etwa 20 Tonnen Treibstoff. Erst danach soll die Suche nach dem vermissten Kapitän Sven Hullmann wieder aufgenommen werden.
Außerdem wird die Hamburger Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung mit ihrer Arbeit beginnen. Sie will versuchen, der Unglücksursache auf die Spur zu kommen. Bisher konnte nach der Bergung lediglich ein flüchtiger Sichtkontakt aufgenommen werden, der aber noch keinerlei Rückschlüsse zuließe.
Aufgrund der Folgen – bei dem Untergang am 8. November 2006 verloren vier Seeleute ihr Leben – stellt sich die Havarie für die Bundesstelle als „recht einzigartig“ dar, handelt es sich doch um den seit Jahren schwersten Schiffsunfall in deutschen Hoheitsgewässern.
Die Untersuchung habe auch eine menschliche Komponente, erläuterte Jörg Kaufmann, Leiter der Seeunfallstelle: „Die Angehörigen der Toten haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie die ihnen nahe stehenden Menschen ums Leben gekommen sind.“
Natürlich soll die möglichst lückenlose Ermittlung der Unglücksursache auch in Sicherheitsempfehlungen an die Schifffahrt münden, um in Zukunft derartigen Unfällen besser vorbeugen zu können.
Die an der Gerüchtebörse gehandelten Unfallmöglichkeiten wollte Kaufmann nicht kommentieren. Es sei nichts auszuschließen, aber auch nichts zu favorisieren. Lediglich die Meldung über einen Beschuss durch ein Marineschiff verbannte er ins Reich der Fabeln.
Über die Dauer der Untersuchungen vermochte Kaufmann noch keine genauen Angaben zu machen. Das sei frühestens in der kommenden Woche möglich.
Es gelte jetzt, „Steine für ein Puzzle“ zusammenzutragen, in der Hoffnung, dabei auf etwas Verwertbares zu stoßen. Andernfalls müsse weiter gesucht und müssten weitere Sachverständige hinzugezogen werden. Deshalb stehe auch noch nicht fest, wie lange die Behörde das Wrack für die Ermittlungen benötige.
Realistisch sei, dass der Bericht der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in etwa einem Vierteljahr vorliegen könne, um dann die entsprechenden Stellungnahmen einzuholen.
Fotos von der Bergung der „Hoheweg“ unter www.NWZonline.de
