BRAKE - Wie funktioniert eine Orgel? Was muss passieren, damit vom Druck auf die Tasten und Pedale über die Mechanik am Ende ein Ton herauskommt? Ein Orgelfunktionsmodell aus Weener brachte den 2. Vorsitzenden der Braker Arp Schnitger Gesellschaft, Helmut Bahlmann, auf eine Idee, die schnell Früchte trug.

Am Freitag stellten Bahlmann, Schatzmeister Gerold Freese und Beiratsmitglied Herbert Meier das neue Projekt der Arp Schnitger Gesellschaft vor. Bahlmann: „Die Weener Funktionsorgel hat mich inspiriert, für Schulen und Musikschulen, für Kindergärten, Erwachsene und alle Interessenten in unserer Region ein Unikat bauen zu lassen.“ Aus dem Stand sei innerhalb von weniger als drei Wochen ein Konzept entstanden, so Bahlmann.

Bei den renommierten Orgelbauern Jürgen und Henrik Ahrend in Leer wurde die Funktionsorgel in Auftrag gegeben. Das konnte schnell passieren, weil sich innerhalb von nur einer Woche ein Sponsor fand. An den Herstellungskosten von circa 6000 bis 7000 Euro beteiligt sich die Oldenburgische Landesbank mit 6000 Euro. Den symbolischen Scheck überreichten Kai-Uwe Seegers und Günther Florack von der OLB.

Das jetzt im Bau befindliche Funktionsmodell erhält eine Tastatur von einer Oktave, wird drei Register bekommen und wie zu Schnitgers Zeiten einen Blasebalg haben. So werden die unterschiedlichen Grundcharaktere der Pfeifen deutlich hörbar sein. Mindestens drei historische Merkmale am Instrument sollen die Bauweise des barocken Orgelbauers Schnitger nachvollziehen. Ein weiteres besonderes Merkmal ist die Transportfähigkeit des Instruments. Bahlmann: „Die Orgel kann zerlegt und wieder aufgebaut werden. Das erfüllt den Wunsch, das Gerät pädagogisch zu nutzen, seine Funktion und Klangwelt modellhaft erfahrbar zu machen, und es wird sicher auch Neugierde wecken.“

Man verspreche sich eine Signalfunktion für alle interessierten Gruppen, sagte Gerold Freese. Arp Schnitger solle für Brake zu einem Synonym werden. Und Herbert Meier ergänzte: „Vielleicht bekommen junge Leute ja auch Lust, den Beruf des Orgelbauers zu ergreifen.“ Noch vor den Sommerferien ist ein Werkstattbesuch in Leer geplant. Wenn der Zeitplan es zulässt, wird das Funktionsmodell am 22. August beim Gemeindefest in Golzwarden der Öffentlichkeit präsentiert.