BRAKE - Der Botschafter der Universitäts-Gesellschaft Oldenburg in der Wesermarsch, Dr. Valentin Jug, hatte geladen. Rund 150 Gäste waren zur Präsentation gekommen.
von Lore Timme-Hänsel
BRAKE - Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Norddeutschen Seekabelwerke schlug mit dem Empfang zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen gab er Uni-Präsident Dr. Uwe Schneidewind und dem stellvertretenden Vorsitzenden der Universitätsgesellschaft Oldenburg (UGO), Michael Wefers, die Gelegenheit, die regionale Bedeutung der Universität herauszustellen, zum anderen wurde Dr. Jug selbst nicht müde, Mitglieder für die UGO zu werben, die sich als Brücke zwischen Universität und Nordwestregion versteht.„Unsere Universität ist eine bedeutende Keimzelle der wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung in unserer Region, Forschung und Weitergabe des Wissens in guter Kooperation mit dem Umfeld sind Garant für die Prosperität“, sagt Jug
Ein Beispiel für das Engagement der UGO in Zeiten leerer Staatskassen ist die Stiftungsprofessur Entrepreneurship (Ausbildung in Unternehmertum) von Dr. Alexander Nicolai. Er hielt den Festvortrag zum Thema „Die Universität als Gründungsmotor“, nach der Antrittsvorlesung Anfang Februar an der Universität erst der zweite große Auftritt des 35-Jährigen – und das im Braker Kreishaus. „Ich habe spannende Dinge gehört, über die ich so noch nie nachgedacht habe“, gestand Jug nach dem Vortrag und vielen der Zuhörer mag es ebenso gegangen sein.
Der Lehrstuhl, von vier nordwestdeutschen Wirtschaftsverbänden gestiftet, soll wirtschaftliches Denken in die Universität und wissenschaftliches Denken in die Wirtschaft bringen. „Die Universität hat längst nicht das Potenzial ausgeschöpft, was an Unternehmensgründungen da sein müsste“, ist Nicolai überzeugt.
Seine Stiftungsprofessur ist fachübergreifend ausgerichtet und eng mit der regionalen Wirtschaft vernetzt. Ab dem Sommersemester wird Nicolai Gründungs-Know-how vermitteln. Die Ausbildung zum Unternehmer ist praktisch orientiert und wissenschaftlich fundiert. „Unternehmertum lässt sich lehren und lernen und ist keine angeborene Eigenschaft“, sagt er.
Das Ziel der Stiftungsprofessur: An Uni und Fachhochschule ein Klima schaffen, um die Gründungsaktivität in der Nordwest-Region in wachstumsorientierten Bereichen zu vergrößern. „Vorne Barrieren abbauen und von hinten schieben“, versteht Nicolai den Lehrstuhl auch als Sprachrohr. In einer Gründerwerkstatt wird kostengünstig die Infrastruktur bereitgestellt, stehen Seminarräume für Kundenverkehr und Lehrveranstaltungen zur Verfügung, wird permanent Kontakt gehalten zur Region.
Ein erfolgreiches Beispiel von Entrepreneurship präsentierte er aus Weimar, wo er zuletzt tätig war. Junge Wissenschaftler entwickelten dort eine GPS-gesteuerte Saatgutmaschine, mit der Logos auf Kornfelder aufgebracht werden können. Das stieß beim Weltkonzern Microsoft auf Interesse, der sofort eine Kooperation anbot.
Einen Erfolg verbuchte auch die UGO. Am Ende des Abends hatten 15 Gäste ihren Beitritt erklärt. Eines der besten Ergebnisse, teilte Michael Wefers am nächsten Tag mit.
Die Ausbildung zum
Unternehmer ist praktisch
orientiert
