BRAKE - „Jedes sechste Kind in Niedersachsen ist von Armut betroffen“, sagte Waltraut Ralle-Klein, Leiterin des Familien-Servicebüros in Elsfleth, legte am Mittwoch. Das Beratungsteam Brückenjahr hatte sie als Referentin zum Thema „Kinderarmut – und was dann?“ ins Pfarrheim am Cityparkplatz geladen.

Kinderarmut nehme zu, so Ralle-Klein. Kinder alleinerziehender oder arbeitsloser Eltern sowie aus Migranten-Familien oder Familien mit mehr als drei Kindern seien besonders betroffen. Vier Euro stehe ihnen am Tag zur Verfügung – darin enthalten sei alles von Nahrung über Kleidung bis zu kulturellen Angeboten. „Kinderarmut ist auch Bildungsarmut“, sagte Ralle-Klein. „An Klassenreisen oder Ausflügen wie Theaterbesuchen können diese Kinder oft nicht teilnehmen.“

Das berichteten auch die Erzieherinnen und Lehrerinnen. Aber was tun gegen Kinderarmut? Vor allem die verschiedenen Institutionen müssten ein breites Beratungsnetz spannen, um sozial schwache Familien aufzufangen. Zudem müssten die Kinder möglichst früh aus ihrer bildungsfernen Umgebung geholt und in eine ganztägige Förderung gebracht werden. Dabei liege die Hauptarbeit „im Kleinen“, etwa wenn die Erzieherin beim Ausfüllen eines Fördergeld-Antrages für die Klassenreise helfe.