BRAKE - Anwohner der Raiffeisenstraße sind nicht gegen die Hafenerweiterung. Sie fordern aber den Bau einer Umgehungsstraße.
von lore timme-hänsel
BRAKE - Die Erweiterung des Hafens um insgesamt 60 Hektar im Boitwarder Außengroden ist für Brake eine große Nummer. „Das gibt Golzwarden den Rest“, befürchten dagegen Anwohner der durch den Schwerlastverkehr stark belasteten Raiffeisenstraße, die am Donnerstagabend die Bürgerinformationsveranstaltung zu den Bebauungsplänen im Ratssaal besuchten. Sie fordern den Bau einer Umgehungsstraße, die so genannte „Golzwarder Spange“.Im Braker Hafen wurden 2005 im Seeverkehr rund 5,3 Millionen Tonnen umgeschlagen. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Umschlag in den nächsten zehn Jahren verdoppeln wird, beim Holzexport wird sogar ein Anstieg um das 20-fache prognostiziert. Dabei hat der Hafen bereits seine Kapazitätsgrenzen erreicht. Wenn er wettbewerbsfähig bleiben will, muss er wachsen. Das sehen die Anwohner der Raiffeisenstraße auch so. Aber Niedersachsen-Ports, Stadt und Hafenwirtschaft seien in der Pflicht, Rücksicht auf die Bürger zu nehmen und nach Lösungen zu suchen. „Die Golzwarder Spange ist unbedingt erforderlich und auch für den Hafen von Vorteil“, betonte CDU-Ratsfrau Ursel Munderloh.
Gut 70 Prozent des Hafenumschlags wird derzeit über die Schiene transportiert. Mit der Hafenerweiterung dürfte der Rangierbetrieb an der Weserstraße entsprechend zunehmen. Eine Verlegung des Rangierhügels ist nach dem derzeitigen Planungsstand nicht vorgesehen. Die Lärmbelästigung sei bereits an der Grenze des Erträglichen, brachte SPD-Ratsherr Norbert Ostendorf die Sorgen der Anwohner vor.
Die Bebauungspläne für die Hafenerweiterung im Boitwarder Außengroden können noch bis zum 29. Juni im Rathaus, Zimmer 205, eingesehen werden. Ein zweites öffentliches Auslegungsverfahren mit allen Gutachten wird im Herbst stattfinden. Auch dann können Bürger ihre Anregungen und Bedenken zum Bauleitverfahren vorbringen. Spätestens Anfang 2007, so Bauamtsleiter Matthias Wenholt, sollen die Satzungsbeschlüsse für die Bebauungspläne gefasst werden. Das erste Schiff soll 2009 im neuen Hafen festmachen.
Ende August/Anfang September beginnen die Sandaufspülungen auf einer etwa 28 Hektar großen Fläche nördlich der Fettraffinerie. Den Sand, rund zwei Millionen Kubikmeter, bekommt Niedersachsen-Ports von Bremen-Ports, das am Containerterminal in Bremerhaven eine Wendestelle baut. Hobberbagger werden den Sand über die Weser zum Außengroden bringen. Die Aufspülung der Fläche von derzeit 2,30 Meter auf sechs Meter wird etwa 90 Tage dauern.
