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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Milch-Branche hofft auf Entspannung am Markt

22.06.2016

Bremen Milchpreisverfall und Russlandembargo sind zwei Faktoren, die den Milchmarkt schon längere Zeit belasten. Eine Entspannung der Lage sei aber denkbar, teilten die Verantwortlichen von Deutschlands größter Molkerei DMK Deutsches Milchkontor am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Bremen mit.

Viele Kündigungen

Mittlerweile sei ein Rückgang der Milchmengen in Deutschland und anderen EU-Ländern festzustellen, sagte der Geschäftsführer des DMK, Dr. Josef Schwaiger. So sei in den vergangenen zehn Wochen die Milchanlieferung beim DMK um rund fünf Prozent im Vorjahresvergleich gesunken. Auf Bundesebene werde allein für die zweite Juni-Woche ein Rückgang von 1,7 Prozent berichtet. „Hält diese jetzt aufgezeigte Entwicklung an, wird im Laufe des Jahres 2016 eine Marktverbesserung eintreten“, sagte Schwaiger.

Wie berichtet, sind die Milchpreise wegen eines Überangebotes aktuell im Keller. 2015 zahlte das DMK Genossenschaftsbauern einen Milchpreis von durchschnittlich 27,57 Cent pro Kilo (2014: 36,86 Cent). Aktuell sind es noch 20,8 Cent.

Aus Unzufriedenheit mit den anhaltenden Tiefpreisen wollen rund 500 Landwirte das Milchkontor verlassen. Für Ende 2017 seien fristgerecht rund 550 Millionen Liter Milch in Kündigung, bestätigte das Unternehmen am Dienstag. Es werde alles versucht, um die Landwirte zum Bleiben zu bewegen, sagte Ingo Müller, einer der DMK-Geschäftsführer. Im Falle der Kündigung müssten sich die Bauern einen anderen Abnehmer suchen. Insgesamt zählt das Unternehmen derzeit 8300 Genossenschaftsbauern.

Kritik am DMK äußerten auch die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), die vor dem Veranstaltungsort protestierten. AbL-Bundesgeschäftsführer Georg Janßen hält die vom DMK forcierte Stärkung der Exportquote für falsch. Vielmehr müsse eine Qualitätsoffensive gestartet werden.

Johanna Böse-Hartje vom BDM in Niedersachsen beschrieb die Lage auf den Höfen als desolat. Die Landwirte könnten ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen. „Der Bauer verliert pro Jahr und Kuh rund 1000 Euro. Das ist dramatisch.“ Aus Sicht des BDM wären etwa 43 Cent je Kilo für die Bauern auskömmlich. Schwaiger verwies dagegen darauf, dass das Deutsche Milchkontor mit dem Ziel, jeden möglichen Cent auf die Höfe zu bringen, bereits im Verlauf des Vorjahres Gewinn über das Milchgeld an seine Landwirte ausgezahlt habe. Der Jahresüberschuss liege deshalb mit 13 Millionen Euro „bewusst“ unter dem Vorjahresergebnis (2014: 42 Mio. Euro).

Partner in Moskau

2015 musste das DMK einen Umsatzrückgang von 5,3 Milliarden Euro (2014) auf 4,6 Milliarden Euro hinnehmen. Die Zahlen sind seit Ende Februar bekannt. Das DMK, zu dem unter anderem Produkte der Marken Milram, Humana, Casarelli und Oldenburger gehören, setzt stark auf den Export, der zurzeit 40 Prozent des Umsatzes ausmacht. Schwaiger kündigte den Einstieg bei der russischen Firma Richart (Umsatz: 60 Millionen Euro) an. Die Firma hat ihren Sitz in Moskau und ein Käsewerk in Dobrov, etwa 450 Kilometer südöstlich von Moskau.

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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