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Ausschuss „Brauchen diese Stunden nicht“

Robert Otto

Ganderkesee - „Skurril“ nannte Ganderkesees Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas das, was am Dienstagabend im Ausschuss für Bildung und Kultur im Rathaus stattfand. Der einzige Tagesordnungspunkt, der zur Abstimmung stand, entfachte eine lebhafte Diskussion: die Besetzung der Stelle einer Gleichstellungsbeauftragten.

Die Stelle soll in Kombination mit der Programmbereichsleitung für Jugendprojekte, Gesundheit, Ernährung und Behindertenbildung der regioVHS zum 1. Januar kommenden Jahres neu besetzt werden – genau so, wie die zum 1. April scheidende Gleichstellungsbeauftragte Brigitte Witte sie bisher ausfüllte. Einziger Unterschied: Die Arbeitszeit soll von bisher 39 auf 32 Stunden gesenkt werden. Laut Rolf Schütze, Direktor der regioVHS, Gerken- Klaas und Witte selbst ist das durch den Wegfall eines Jugendprojektes ausreichend.

Erklärung verpufft

Doch der Beschlussvorschlag scheiterte an einem Missverständnis. Witte gab in ihrem vorangegangenen Vortrag an, 70 Prozent ihrer Arbeitszeit für Programmbereichsleitung und 30 Prozent für Gleichstellungsarbeit und Jugendprojekt verwendet zu haben. Die SPD-Fraktion errechnete daraus eine Herabsenkung der Gleichstellungsarbeit auf unter zehn Stunden pro Woche. Zu wichtig sei die zu besetzende Position, begründete Ratsfrau Erika Schröter ihren Antrag, die 32 Wochenstunden fest zu je 50 Prozent aufzuteilen. Auch Erklärungsversuche von Gerken-Klaas, das Kürzen der Arbeitszeit insgesamt würde unter dem Strich nicht zu Ungunsten der Gleichstellungsarbeit vonstatten gehen, blieben ungehört.

Das Argument Schützes, dass die regioVHS unter der festen Aufteilung leiden würde, führte schließlich zu einem Antrag der Grünen, die Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden zu erhöhen und davon 19,5 für VHS und 15,5 Stunden für die Arbeit der Beauftragen festzulegen.

„Wir wollen und brauchen diese Stunden nicht“, machte eine genervt wirkende Bürgermeisterin ihren Unmut deutlich. Sie könne nicht verstehen, dass der Gemeinde Personalkosten und Arbeitszeit „aufgezwungen“ werden, wo alle Personen, die es wissen müssten, 32 Stunden für vollkommen ausreichend befänden. Zudem wurde die Arbeit Wittes zuvor fraktionsübergreifend gelobt, obwohl diese effektiv nicht mehr Arbeitszeit, als jetzt geplant, in diesen Bereich investiert hätte.


FDP überzeugt

Die anfänglich noch skeptische Marion Daniel (FDP) ließ sich überzeugen, dem Beschlussvorschlag zu folgen. Nicht so SPD und Grüne: Sie stimmten für den Änderungsantrag, der so mit knapper Mehrheit beschlossen wurde. Am 17. Oktober kommt er in den Verwaltungsausschuss.

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