Hannover - Die Forderungen nach einem neuen gesetzlichen Feiertag sind in Niedersachsen und Bremen in den vergangenen Tagen wieder lauter geworden. In den Debatten wird der Reformationstag am 31. Oktober, der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus oder der 1. September als Antikriegstag genannt. Ein zusätzlicher Feiertag kann vom niedersächsischen Landtag mit einfacher Mehrheit beschlossen werden – derzeit würden die Stimmen von Rot/Grün dafür reichen. Nicht alle wären davon begeistert.
Pro
Die Grünen in Niedersachsen und die SPD in Bremen haben sich für einen weiteren Feiertag ausgesprochen. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Anja Piel sieht in der freien Zeit einen Gewinn für Familien. Auch aus der niedersächsischen CDU gab es positive Stimmen. Die Gewerkschaften sind ebenfalls dafür, genauso wie die Kirchen. Mit nur neun Feiertagen gehöre Niedersachsen bundesweit zu den Schlusslichtern.
Kontra
Vor allem die Metallindustrie warnt vor hohen Kosten für die Unternehmen. „Die Löhne werden weitergezahlt, aber es gibt keine Wertschöpfung“, sagt Christian Budde von Niedersachsen Metall. Für einen Feiertag erwartet er Mehrkosten in Höhe von 80 Millionen Euro für die Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen.
Der Verweis auf die südlichen Bundesländer, die derzeit schon rund drei Feiertage mehr haben, bringe nichts. Dort sei die Wirtschaftsleistung höher als im Norden. Die Unternehmerverbände UVN sehen dies ähnlich. Es gebe bereits genügend Feiertage.
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Die Ökonomen des Ifo-Instituts berechnen für einen Arbeitstag weniger einen Produktionsausfall von 0,1 Prozent vom deutschen Bruttoinlandsprodukt. Für Niedersachsen wären das, bezogen auf 2016, rund 264 Millionen Euro. „Langfristig würden Unternehmen aber darauf reagieren, sie können zum Beispiel die Preise erhöhen oder die Löhne senken“, sagt Timo Wollmershäuser, Leiter der Konjunkturprognosen am Ifo-Institut.
