Cloppenburg - Dem Thema Gesundheit und Gesundheitsprävention widmete der Landfrauenverband Weser-Ems seine diesjährige Fachtagung in der Cloppenburger Stadthalle. Gut 120 Teilnehmerinnen, vor allem Landfrauen aus der Weser-Ems-Region aber auch Nicht-Mitglieder, nahmen an der Veranstaltung mit den Referenten Dr. Bernhard Braun vom Zentrum für Sozialpolitik (ZES) der Universität Bremen, Dr. Christian Weymayr, Projektleiter IGEL-Monitor aus Herne und Dr. Susanne Weg-Remmers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes (KID) beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg am Sonnabend teil.

„Frauen gehen deutlich häufiger zum Arzt als Männer und nutzen öfter die verschiedenen Präventionsangebote. Doch macht das Sinn? In welchem Umfang sollte Frau welche Angebote nutzen?“, hinterfragte die Landfrauen-Vorsitzende Agnes Witschen die Vielzahl von angebotenen Präventionsangeboten in deutschen Arztpraxen.

Braun kritisierte vor allem die schlechte „Patienten-Pflegekräfte-Relation“, die frühzeitige Entlassung von Patienten nach Operationen sowie die sinkende Behandlungsqualität. Er forderte eine Abschaffung des aktuellen Abrechnungssystems an Krankenhäusern, mehr Pflegekräfte sowie den Abbau von nicht bedarfsorientierten Klinik- und Bettenkapazitäten.

Weymayr machte den Anwesenden deutlich, dass sie sich bei den vom Arzt angebotenen individuellen Gesundheitsleistung (IGeL), wie zum Beispiel privat bezahlte Ultraschall- oder Krebsvorsorgeuntersuchungen sehr genau informieren sowie Nutzen und Risiken gründlich abwägen sollten. „Uns ist es wichtig, dass sie sich gut informiert entscheiden“, so Weymayr.

Weg-Remmers machte deutlich, dass Krebs durch verbesserte Vorsorge- und Behandlungsmethoden heute nicht mehr zwangsläufig ein Todesurteil sei. Aber auch sie betonte, dass bei der Vorsorge Nutzen und Risiko individuell abgewogen werden müsse, da auch das Risiko einer falschen positiven Krebsdiagnose bestehen würde. Sie forderte zuverlässigere und genauere Methoden zur Früherkennung und verständlichere Informationen für den Patienten, damit dieser Risiken und Nutzen besser abwägen könne.