BREMEN - Vorsichtiger Optimismus ja, Garantie auf Rettung nein: Der vorläufige Insolvenzverwalter der Beluga-Gruppe, Edgar Grönda, hat am Freitag seine Pläne präzisiert, wie er sich einen Neustart für die angeschlagenen Bremer Reederei vorstellt.

Am Montag mit einer verkleinerten Flotte das Kerngeschäft, der Transport von Ladung, wieder aufgenommen werden. „Es ist ein erster Baustein, ich hoffe, dass sich daraus was entwickelt“, sagte Grönda.

Etwa 15 eigene Schiffe, die zurzeit noch auf Reede oder in Häfen lägen, bildeten die Basis für den Neustart. Die Frachter sollten zunächst ihre Reisen beenden, aber auch neue Ladung soll verschifft werden. „Im Auftragsbuch ist ein Grundstock vorhanden“, sagte er. Mit den potenziellen Kunden müsse gesprochen werden. Vor der Insolvenz hatte Beluga 72 Schiffe im Einsatz.

Die Finanzierung sei gesichert. Es gebe mit dem US-Finanzinvestor Oaktree, der 49,5 Prozent an Beluga hält, eine Absichtserklärung.

Der Neuanfang schaffe Gelegenheit, längerfristige Lösungen zu schaffen. Es gebe positive Signale, dass gecharterte Schiffe zurückkehrten. „Das Spiel ist nicht zu Ende“, so Grönda. Mehrere Chartergesellschaften, wie die Leeraner Oltmann-Gruppe oder das Emissionshaus Ownership äußerten sich dagegen eher skeptisch, was eine neuerliche Zusammenarbeit mit Beluga und Oaktree angeht.


Vorsichtig optimistisch zeigte sich derweil Stefanie Lüthje, vorläufige Insolvenzverwalterin des zahlungsunfähig gewordenen Nobelrestaurants „Outer Roads“ auf dem Dach der Beluga-Zentrale. „Alle Anstrengungen sind darauf gerichtet, den Umsatzeinbruch in der jüngsten Vergangenheit aufzufangen und eine längerfristige Fortführung zu realisieren“, sagte sie.