BREMEN - Auch wenn das Bremer Amtsgericht am Montag keinen weiteren Beluga-Insolvenzantrag vermelden musste, reißen die Sorgen rund um die Bremer Reederei nicht ab. Neben den 598 Mitarbeitern, von denen viele einer ungewissen Zukunft entgegenblicken, bangen auch viele Schiffsfonds-Anleger um ihr Geld. Finanzexperten schätzen, dass rund 15.000 von ihnen Geld in Beluga-Frachter investiert haben.
Zwar haben Emissionshäuser bereits kurz vor den ersten der bislang 13 Insolvenzanträge ihre Fondsschiffe mit der Beluga Chartering GmbH gekündigt und an andere Reedereien verchartert, jedoch häufig zu deutlich niedrigeren Charterraten als geplant. Dies kann den Fonds-Anlegern erhebliche Einbußen bringen, sagte Hendrik Meier, Schiffsfonds-Experte der Bremer Kanzlei KWAG.
So seien laut KWAG etwa die Schiffe MS Fabian (ehemals Beluga Gratification) und MS Svenja (Beluga Graduation) jetzt zu einer täglichen Rate von 7900 Euro verchartert worden. Prospektiert war eine Rate von 12.600 Euro für die gesamte Fondslaufzeit bis 2027. Die Betroffenen können nur hoffen, dass künftig höhere Charterraten erzielt werden, so Meier.
Auch den Beluga-Insolvenzverwalter Edgar Grönda interessieren zurzeit vor allem Schiffe. Nur wenn die verbliebenen Beluga-Frachter Waren transportieren, fließt Geld ins Unternehmen. Keine leichte Aufgabe: Denn nach dem Verlust der rund 50 Charterschiffe sind der Reederei noch gerade einmal sechs eigene Schiffe verblieben.
Weitere zwölf Schiffe sind bei einer Beluga-Oaktree-Gesellschaft in Luxemburg registriert. Auf sie kann Grönda allerdings nur zurückgreifen, wenn er sich mit dem Beluga-Investor aus den USA verständigen kann.
