BREMEN - Neue Perspektive für Beluga: Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Edgar Grönda am Donnerstagabend mitteilte, soll die angeschlagene Bremer Reederei mit einer verkleinerten Flotte von 18 Schiffen und rund 80 Mitarbeitern fortgeführt werden.
Am kommenden Montag soll die Reederei das Transportgeschäft wieder aufnehmen. Der US-Finanzinvestor Oaktree, der 49,5 Prozent an Beluga hält und das Management von Unternehmensgründer Niels Stolberg übernommen hatte, habe sich bereit erklärt, das nötige Kapital für den Betrieb zur Verfügung zu stellen, sagte er weiter.
Zuletzt hatte sich die Situation weiter verschärft, nachdem mehrere Beluga-Frachter in Folge der Insolvenzwelle in Südafrika und Neukaledonien, einer zu Frankreich gehörenden Inselgruppe im südlichen Pazifik, arrestiert worden waren. Anderen Schiffen, die noch der Reederei gehörten, drohte angesichts der Forderungen von Gläubigern das gleiche Schicksal. Oaktree sicherte nun zu, offene Rechnungen wie auch anfallende Betriebskosten der Schiffe begleichen zu wollen.
Nach Angaben des Weser-Kuriers stellt der US-Investor 14 Schiffe zur Verfügung. Vier weitere Schiffe stehen noch aus der Insolvenzmasse der Reederei sowie von einem Schiffsfonds, der noch gültige Verträge mit Beluga hat, bereit. Die Vereinbarung sei zunächst nur für bereits fest gebuchte Reisen, für die Ladung vorhanden sei, gültig.
Grönda kündigte an, dass sich Beluga bei dem neuen Konzept ganz auf ihr Kerngeschäft, sprich die Bereederung von Schiffen, konzentrieren solle. Er zeigte sich optimistisch, dass die Flotte in den kommenden Wochen weiter wachsen und die Rückkehr ins Schwergut-Geschäft gelingen könne.
Die Gespräche mit Banken und anderen Gläubigern würden fortsetzt. Zugleich schloss der vorläufige Insolvenzverwalter nicht aus, dass noch weitere Tochtergesellschaften der Beluga-Gruppe Insolvenz beantragen müssten.
