BREMEN - Mehr als 300 meist jugendliche Demonstranten haben am
Sonnabend in Bremen gegen Läden protestiert, die rechtsextreme Mode
und Musik verkaufen. Wir wollen mit unserer Kampagne 'Ladenschluss'
darauf aufmerksam machen, dass sich Nazis auf diese Weise ungeschoren
in der Mitte der Gesellschaft ausbreiten, sagte Mitorganisator
Raimund Gaebelein vom örtlichen Bündnis gegen Rechts.
Begleitet durch starke Polizeikräfte zog der Demonstrationszug
friedlich vom Marktplatz der Hansestadt in die Nähe eines
umstrittenen Ladens.
Die Demonstranten werfen dem Inhaber des Ladens unter dem Namen
Sportsfreund vor, dass er Geschäfte mit rechtsextremen
Lifestyle-Artikeln macht. Gleichzeitig habe sich damit mitten in der
Innenstadt ein Neonazi-Treffpunkt etabliert, hieß es. Von dort aus
werde gezielt versucht, Übergänge zu anderen Jugendszenen zu schaffen
und bisher unpolitische Fußballfans und Hooligans anzuwerben. Das
Bündnis gegen Rechts will Gaebelein zufolge politischen Druck
ausüben, damit der Laden geschlossen wird.
Neben dem Sportsfreund gibt es in der Hansestadt noch zwei
weitere Geschäfte, die das Bündnis der Neonazi-Szene zuordnet. Dazu
zählen der Laden Sieg oder Spielabbruch in Bremen-Hastedt und der
Internet-Shop Heimdall Versand im Bremer Norden. Die Inhaber
wollten mit Rassismus Geld machen, kritisierten die Demonstranten.
