BREMEN/BREMERHAVEN - Rekordumsätze im vergangenen Jahr und optimistische Prognosen für 2008 sorgten am Montag bei der elften Messe „fish-international“ in Bremen für eine zuversichtliche Stimmung an den Ständen der 400 Aussteller aus 40 Nationen. Bis zu diesem Dienstag werden in Bremen mehr als 12 000 Fachbesucher erwartet.
Bei einem Empfang am Gemeinschaftsstand der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft (FBG) und der Deutschen See unterstrich Bremerhavens Oberbürgermeister Jörg Schulz (SPD) die führende Stellung der Seestadt in der deutschen Fischwirtschaft. Vor Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung kündigte Schulz an, Bremerhaven werde bei der Weiterentwicklung seines Fischereihafens (4000 Beschäftigte) von seinen internationalen Beziehungen profitieren. Ähnlich äußerte sich auch FBG-Geschäftsführerin Barbara Richers-Kuhlmann.
Besonderes Interesse bei den Besuchern der Fischmesse fanden maritime Spezialitäten aus fernen Ländern. Mahi-Mahi, Cobia und Barrakudas konnten an den Ständen ebenso bestaunt werden wie Ware aus Bioproduktionen und Aquakulturen. Aber auch die „Traditionsfische“ der deutschen Verbraucher wie der immer seltener werdende Kabeljau, Rotbarsch, Seelachs und Schellfisch fehlen nicht in Bremen.
Besonders stark umlagert war ein sechs Meter langes Fischbett der Deutschen See, die bei Bio-Fisch und Meeresfrüchten sowie Feinkost aus Aquakulturen einer der namhaften Anbieter ist. Zudem bot sich Gourmetfans die Gelegenheit, Sternekoch Kolja Kleeberg über die Schulter zu schauen.
Der Klimawandel beeinträchtigt nach Expertenansicht zunehmend den Fischfang in der Nordsee. Als Folge der anhaltenden Erwärmung des Meerwassers weichen wichtige Speisefische wie Hering und Kabeljau in kältere Gewässer aus, sagte der Biologe Christoph Zimmermann von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Bremen. Für die deutsche Küstenfischerei werde es immer schwieriger, ausreichend große Fangmengen zu finden. Obwohl die Kabeljau-Bestände stellenweise zu klein für den Fang seien, bestehe keine Gefahr, dass diese Fischart aussterbe.
Selbst die stark befischten Bestände in Nord- und Ostsee sind den Angaben zufolge eher durch den Klimawandel als durch die Fischerei bedroht. Gleichwohl kritisierten Vertreter der deutschen Fischwirtschaft eine „unselige Praxis“ in der Fischereipolitik der Europäischen Union zum Schutz der Bestände.
Die Kritik entzündet sich vor allem an der Vorschrift, den sogenannten Beifang wieder ins Meer zu werfen. Es sei einfach unsinnig, toten Fisch wieder über Bord zu kippen, sagte der Sprecher eines Fischunternehmens.
