Bremen - Trotz steigender Passagierzahlen bleibt die wirtschaftliche Lage an deutschen Flughäfen angespannt. Nach wie vor seien etwa 15 Prozent aller Arbeitsplätze an den jeweiligen Standorten gefährdet, etwa zehn Prozent seien bereits weitgehend sozialverträglich abgebaut worden, teilte der Flughafenverband ADV jetzt mit.

Demnach liege der Umsatz im laufenden Jahr über alle Flughäfen hinweg bei lediglich 50 Prozent des Vorkrisen-Niveaus von 2019. Erneut sei ein operativer Verlust in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zu erwarten. Das ist deutlich weniger als 2020, als die Branche noch einen Vorsteuer-Verlust von 2,1 Milliarden Euro verzeichnete. Vor der Krise erwirtschafteten die Standorte 2019 aber insgesamt noch einen operativen Gewinn von 800 Millionen Euro.

Am Flughafen in Bremen sind im August rund 92 000 Passagiere gestartet oder gelandet, teilte eine Sprecherin mit. Das entspricht einem Plus von rund 59 Prozent im Vergleich zum August 2020. Zwar sind die Zahlen in den Sommermonaten erwartungsgemäß gestiegen, sie blieben aber weit unter dem Niveau vor der Corona-Krise. Im August 2019 hatte der Bremer Flughafen noch fast 210 000 Passagiere verzeichnet. In dem Jahr wurden allein von Januar bis August fast 1,5 Millionen Fluggäste gezählt. 2021 waren es im gleichen Zeitraum nur knapp 270 000.

Die Corona-Krise hatte die ohnehin angespannte Lage des Bremer Flughafens weiter verschärft. Im Sommer 2020 war deshalb der sozialverträgliche Abbau von rund 100 Stellen bis 2025 beschlossen worden. Die Sanierung schreitet voran, nach Angaben der Sprecherin wurden bereits mehr als 50 Stellen abgebaut.

Svenja Fleig
Svenja Fleig Thementeam Wirtschaft