BREMEN - Ein europäischer Raumtransporter soll künftig die Rolle der US-Shuttle-Flüge übernehmen und Fracht und Astronauten zur Internationalen Raumstation (ISS) und zurück bringen. Die Europäische Weltraumorganisation ESA beauftragte am Dienstag in Bremen das Raumfahrtunternehmen EADS-Astrium mit der Entwicklung des Raumtransporters ARV, die einschließlich eines Erstfluges rund 1,4 Milliarden Euro kosten soll.

Mit der Ariane 5 solle der erste Transporter 2016 ins All gebracht werden, ein Flug mit Astronauten sei ab 2022 geplant, teilte die ESA mit.

Der neue Raumtransporter wird nötig, da die USA ihre Shuttles ausrangieren und die Flüge zur ISS 2010 einstellen. Für den Rücktransport von Material und Menschen steht dann nur noch die russische Sojus-Kapsel zur Verfügung. Die Europäer hatten im März 2008 einen ersten von geplanten fünf ATV-Raumtransportern, den "Jules Verne", zur Internationalen Raumstation geschickt. Dieses Modell verglüht allerdings bei der Rückkehr Richtung Erde und bietet keine Möglichkeit zum Rücktransport von Fracht. Für die in der Raumstation laufende naturwissenschaftliche und medizinische Forschung ist der Rücktransport von Material zur Erde allerdings dringend nötig.

Seit sechs Wochen ist die Internationale Raumstation mit sechs Astronauten voll besetzt. Als erster Europäer soll im Oktober der Belgier Frank de Winne das Kommando auf der Station übernehmen. Diese Führungsrolle war bisher Amerikanern und Russen vorbehalten.