Bremen/Emden - Flugausfälle, Verspätungen und geschlossene Behörden: Ein Warnstreik im Öffentlichen Dienst hat am Dienstag Tausende Menschen in Niedersachsen und Bremen vor eine Geduldsprobe gestellt. An den Flughäfen beider Bundesländer konnten Reisende nicht starten oder mussten Wartezeiten in Kauf nehmen. Und die Probleme für die Bürger gehen weiter.

Weil am Dienstag rund 100 Flughafenmitarbeiter in Bremen und Personal an den großen Drehkreuzen Frankfurt und München streikten, mussten Fluggesellschaften mehr als die Hälfte der 74 Flüge von und nach Bremen streichen. Andere Fluggäste mussten länger warten. Hannover war zwar nur indirekt betroffen. Die Lufthansa strich aber 18 von 28 Flüge von und nach Hannover.

Der Chef des Flughafenverbands ADV, Ralph Beisel, kritisierte den Ausstand: „Ein Warnstreik, der gleich zu wirtschaftlichen Millionenschäden bei Airlines und Flughäfen, langen Wartezeiten und massiven Flugausfällen führt, lässt jede Verhältnismäßigkeit vermissen.“

Im Süden Niedersachsens kam es am Morgen bei Zügen des Bahnunternehmens Cantus zu Verspätungen. An den Standorten Kassel, Fulda, Göttingen und Bebra waren Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gegen 5.30 Uhr in den Warnstreik getreten.

In Emden versammelten sich am Morgen derweil nach Angaben von „Verdi“ rund 1000 Streikende zu einer Demonstration. Mit Bussen seien sie aus Wilhelmshaven, dem Emsland und Friesland gekommen, um an der Kundgebung teilzunehmen, sagte Heike Klattenhoff, „Verdi“-Bezirksgeschäftsführerin Weser-Ems. Mit der Arbeitsniederlegung verlieh die Gewerkschaft ihrer Forderung nach sechs Prozent mehr Lohn für ihre 2,3 Millionen Mitglieder Nachdruck.


Und die Warnstreiks werden fortgesetzt: Am Mittwoch streiken Telekom-Mitarbeiter unter anderem in Oldenburg, am Donnerstag stehen in Hannover und Südniedersachsen Bahnen und Busse still. Dann sollen auch Kindertagesstätten in Hannover, Braunschweig, Wolfsburg, Peine, Salzgitter und Einbeck geschlossen bleiben. In Bremen werden auch öffentlich angestellte Müllentsorger die Arbeit niederlegen.