BREMEN/GANDERKESEE - Umkippen konnte man jedenfalls nicht. Dicht an dicht schoben sich am Mittwochabend Tausende Kirchentagsbesucher über den Bremer Wall – vorbei an den Ständen der Oldenburgischen Kirchengemeinden. „Wahnsinn“, kommentierte Rosemarie Boekhoff, die am Ganderkeseer Stand mit dem Mixen und Verkaufen von Cocktails kaum nachkam. Ralf Clemens direkt neben ihr frotzelte: „Wir könnten ja den Preis hochschrauben.“

500 gebackene Orgelpfeifen und knapp 700 Liter Saft für Cocktails hatten die Ganderkeseer zum Wall gewuppt. Zurücktragen mussten sie nur leere Behälter – alles war verkauft.

Wer wollte, konnte am Ganderkeseer Stand auch basteln. Etliche Metallsplinte (Andrea Vosteen: „Wir haben da BBM leergekauft“) wurden aufgebogen und mit Draht zum Kreuz zusammengefügt. Das Produkt gefiel so gut, dass es von einem Passanten fotografiert wurde – „für meine Konfirmandengruppen“. Ohnehin hätte es der werbenden Rufe von Ralf Clemens gar nicht bedurft: „Kreuze so lange der Vorrat reicht!“

Eineinhalb Stunden zuvor hatte der Ganderkeseer Bläserkreis seinen ersten großen Kirchentags-Auftritt. Gemeinsam mit mehr als 1000 weiteren Bläsern begleiteten die (elf bis 80 Jahre alten) Musiker den Eröffnungsgottesdienst auf der Bürgerweide. „Auffällig anders“ war dabei die Posaune von Werder-Fan Niklas Rodiek – ganz in Grün-Weiß und mit Emblem.

„Mächtig beeindruckend“ fand Bläserkreismitglied Marlies Rodiek den Auftritt vor so vielen Menschen. „Freundlich, herzlich“ sei das Klima gewesen. Abends spielten die Musiker erneut, am Donnerstag dann bei einer Bibelarbeit mit Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen.


Seit Donnerstag zeigen auch weitere Ganderkeseer in Bremen Flagge: In Halle 5 des Messegeländes informieren das Lutherstift Falkenburg und die Arbeitsgemeinschaft Nord-West, Trägerin der Bibelscheune Falkenburg.