Bremen/Hannover - Pünktlich zum Start der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin machen sich an diesem Freitag Tausende Trecker auf den Weg, um fernab von Feld und Acker für die Interessen der Landwirtschaft zu demonstrieren. In Niedersachsen, dem laut Landesregierung „Agrarland Nummer Eins“, wollen die Landwirte mit Traktoren nach Hannover fahren. „Wir rechnen mit 2000 bis 2500 Traktoren“, sagte Landwirtin Henriette Struß, die für die Initiative „Land schafft Verbindung“ (LSV) die Demonstration organisiert.
Erstmals seit Beginn der Bauernproteste vor einigen Monaten ist auch Bremen an diesem Freitag ein zentrales Ziel der Trecker-Sternfahrten. Die Nutzfahrzeuge kommen vor allem aus dem niedersächsischen Umland, aus Ostfriesland und dem Emsland, aber zum Beispiel auch aus den Landkreisen Cloppenburg, Vechta, Oldenburg, Ammerland, Wesermarsch und Friesland. Die Polizei rechnet mit Behinderungen auf der B 401, B 213 und B 72 ab circa 6 Uhr morgens sowie im Feierabendverkehr. Wie in Hannover werden auch in der Hansestadt mindestens 2000 Traktoren erwartet. In der Innenstadt ist mit massiven Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
Für die Traktoren werden in Bremen Straßen als Parkflächen gesperrt. Dann müssen die Landwirte zu Fuß zum Marktplatz und zur dortigen Kundgebung, die um 13 Uhr beginnt. „Autofahrer müssen am Freitag Geduld mitbringen“, warnte ein Polizeisprecher schon mal vor. Aktuell informiert die Polizei Bremen über ihren Twitter-Kanal über die Verkehrslage.
Anders als in Bremen steht die Polizei in Hannover am Freitag vor der Herausforderung, auch eine Demonstration der Klimaschutz-Aktivisten von Fridays for Future zu begleiten. Die Veranstalter haben die Teilnahme von rund 3000 Menschen angemeldet. Landwirte und Klimaschützer demonstrieren nur einige Hundert Meter voneinander entfernt.
Trecker-Korsos machen sich von diversen Städten und Gemeinden außerhalb Hannovers auf den Weg, unter anderem aus Garbsen, Wedemark, Uelzen, Bad Münder, Eschershausen, Bad Nenndorf und Celle. Ziel der Teilnehmer ist der Trammplatz, der für die Zeit der Versammlung von 12 bis 15 Uhr voll gesperrt sein wird.
Der bundesweit geplante Bauern-Aktionstag ist auch als eine Art Gegenveranstaltung zu einer Demo von Umweltschützern am Samstag in Berlin geplant, die unter dem Motto „Wir haben es satt“ zu einer Agrarwende aufrufen.
