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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Kühne + Nagel besinnt sich auf Wurzeln

18.04.2019

Bremen Der Riesenkranz hing schon bereit, als jetzt rund 70 Gäste zum Richtfest des neuen Stammhauses des Logistikunternehmens Kühne + Nagel nach und nach eintrafen. Ein weiterer Schritt in Richtung der neuen Deutschand-Firmenzentrale am alten Standort direkt an der Weser in Bremen ist geschafft – im September sollen „die ersten Schreibtische reinrollen“, hieß es.

Die Freude war den Anwesenden anzumerken. Eine Umarmung hier, ein Gläschen Sekt dort, dazu angeregte Gespräche – und immer wieder der neugierige Blick in luftige Höhe. Dorthin, wo der riesige Kranz schon von weitem darauf hindeutete, dass ein weiteres Kapitel des Kühne + Nagel-Hauses bald abgeschlossen ist.

Elf Stockwerke zählt der neue Firmensitz, rund 26 Millionen Euro investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben in das Gebäude, in das etwa 650 Mitarbeiter einziehen werden. Von hier aus wird das Deutschland-Geschäft (bisher Hamburg) organisiert, während Hamburg das Europa-Geschäft steuert.

Dass das auch genauso geschieht, daran hat Mehrheitsgesellschafter Klaus-Michael Kühne, der mit seiner Ehefrau Christine aus Hamburg angereist war, keinen Zweifel. „Dieses Bauwerk ist planvoll vorangeschritten“, so Kühne. Er befand: „Das ist ein sehr, sehr besonderer Tag.“

Im Oktober 2017 fand die Grundsteinlegung für den Komplex statt. Heute, rund eineinhalb Jahre später, könne man sich auf „ein sehr markantes, imposantes Gebäude“ freuen, rief Holger Ketz, Deutschlandchef von Kühne + Nagel, den Anwesenden von der Empore zu. Es erfülle ihn „mit großem Stolz, hier tätig werden zu dürfen, hier, an dieser traditionsreichen Stätte, an einem Platz der Tradition“.

1890 gründeten August Kühne – der Vater des heutigen Mehrheitsgesellschafters Klaus-Michael Kühne – und Friedrich Gottlieb Nagel das Unternehmen. Seit 1909 befindet sich das Stammhaus an der Großen Weserbrücke, der heutigen Wilhelm-Kaisen-Brücke. Im Frühjahr 2017 wurde der Firmensitz, der 1962 fertiggestellt und 1970 um drei Etagen erweitert wurde, Stück für Stück abgerissen. Seitdem prägen Kräne, Bagger und Baugerüste das Bild.

Bei den Arbeiten wurden archäologische Funde freigelegt – Mauern und Fundamente sowie alte Wohnhäuser, deren Ursprünge laut Experten bis ins 16. Jahrhundert zurückgehen.

Diese Bilder sollen in wenigen Monaten gänzlich der Vergangenheit angehören. Denn auch Holger Ketz betonte, man liege „hervorragend im Zeitplan“. Im September „rollen die ersten Schreibtische rein“, konkretisierte der Regionalleiter für Norddeutschland von Kühne + Nagel, Ralf Miehe, das Vorhaben, ehe Polier Arndt Bister die traditionellen Richtverse sprach.

Zuvor hatte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) seine Freude zum Ausdruck gebracht. Er sei „stolz“, dass die Hansestadt mit dem Logistik-riesen und dem August-Kühne-Haus „ein weiteres, gutes Kapitel aufschlägt“. Sieling war sicher: „Das Haus soll strahlen, es wird strahlen.“ Er betonte, dass die Zusammenarbeit zwischen Politik und Kaufleuten „stets auf Augenhöhe“ und mit „viel Respekt“ abgelaufen sei.

Kühne + Nagel gehört mit weltweit rund 82 000 Mitarbeitern an mehr als 100 Standorten zu einem der größten Logistikunternehmen. In Deutschland beschäftigt die Firma etwa 10 000 Mitarbeiter. Nach eigenen Angaben erwirtschaftete der Logistikriese im Jahr 2017 etwa 16,35 Milliarden Euro Umsatz. Der Firmenhauptsitz liegt in der Schweiz.

Am Rande kam beim Richtfest das geplante Mahnmal zur Erinnerung an den Raub jüdischen Eigentums in der NS-Zeit zur Sprache. Kühne + Nagel hatte sich mit dem Hinweis, dass etliche Unternehmen zu der Zeit involviert waren, erfolgreich gegen das Aufstellen vor der Zentrale gewehrt. Das Unternehmen hatte, wie andere auch, beschlagnahmte Güter transportiert. Das Mahnmal soll etwa 2020 an der Zweiten Schlachtpforte in die Schlachte-Stufen integriert werden.

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