BREMEN/NORDENHAM/VAREL - Ein Jahr nach der Unternehmensgründung hat die Premium Aerotec GmbH (PAG) einen zusätzlichen Standort in Bremen bekommen. Die EADS-Tochter übernahm in der Hansestadt die Teilefertigung von Airbus mit 400 Beschäftigten. Dieses Ereignis war Freitag der Anlass für eine große „Day one“-Feier, bei der PAG-Chef Hans Lonsinger die positive Geschäftsentwicklung des jungen Unternehmens hervorhob.
2009 war laut Lonsinger „ein erfolgreiches Jahr“ für Premium Aerotec. Das Umsatzziel von einer Milliarde Euro sei erreicht worden. Die Zusammenführung der Standorte in Nordenham, Varel und Augsburg hat sich nach den Worten des Vorsitzenden der Geschäftsführung gut entwickelt. Mit der Übernahme der Teilefertigung in Bremen, die organisatorisch dem Werk in Nordenham (2300 Mitarbeiter) angegliedert ist, werde die Angebotspalette des Flugzeugbauzulieferers abgerundet. Ein Schwerpunkt in Bremen ist künftig die Produktion von Clips aus thermoplastischem Material für den Airbus A 350 XWB. In die dafür erforderlichen Fertigungsanlagen investiert Premium Aerotec 12 Millionen Euro.
Das Airbus-Management hatte die Ausgliederung des Bremer Werks beschlossen, weil es die Teilefertigung nicht als einen Kernbereich des Luftfahrtkonzerns betrachtet. Diese Entscheidung rechtfertigte Airbus-Geschäftsführer Dr. Gerald Weber, der auch Aufsichtsratsvorsitzender bei Premium Aerotec ist, bei der Veranstaltung am Freitag. An den nunmehr vier PAG-Standorten sind rund 6000 Beschäftigte tätig.
Premium Aerotec hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb von zehn Jahren den Umsatz auf 2 Milliarden Euro zu verdoppeln. Laut PAG-Chef Lonsinger strebt das Unternehmen an, weltweit zu den fünf wichtigsten Flugzeugbauzulieferern zu gehören.
Von der Finanzkrise sieht Lonsinger die Luftfahrtindustrie nicht so stark betroffen wie andere Branchen. 2010 und 2011 werden seiner Einschätzung nach zwar „schwierige Jahre“, aber langfristig sei der Flugzeugbau eine Wachstumsbranche.
Bei dem „Day one“ forderte der Bremer Senator für Wirtschaft und Häfen, Ralf Nagel, die Bundesregierung auf, das Militärtransporter-Projekt A 400 M nicht aufzugeben, weil damit viele Arbeitsplätze verbunden seien.
