BREMEN/RASTEDE - BREMEN/RASTEDE/DPA - In der Bremer Klinikaffäre um die Vergabe von dubiosen Gutachten in Millionenhöhe hat ein Untersuchungsausschuss am Dienstag zum Beginn der Beweisaufnahme den eingesetzten Sonderermittler vernommen. Der frühere Präsident des Bremer Finanzgerichts, Professor Hans-Jürgen Ziemann, sagte vor dem Gremium über mögliches Fehlverhalten und persönliche Bereicherung des entlassenen Geschäftsführers des Klinikums Bremen-Ost, Andreas Lindner, aus. In dem Ausschuss geht es zudem um eine möglicherweise mangelnde Kontrolle durch die Aufsichtsgremien. Der Schaden liegt bei bis zu 15 Millionen Euro.

Ziemann sprach unter anderem über die schweren Ermittlungen. Kommunikationsstränge seien eher so gewesen, „dass keiner was wissen wollte“. In seinem Bericht hatte der Jurist schwere Vorwürfe gegen den Ex-Geschäftsführer erhoben. Der Klinikchef habe „getäuscht, verschleppt, falsch berichtet, Vertrauen und Befugnisse missbraucht“. Am Dienstag sagte der beauftragte Ermittler: „Lindner hat viele Verträge als nicht aufsichtsratspflichtig behandelt.“

Der Klinikskandal hatte direkte Auswirkungen auf das von der Siekertal-Klinik in Bad Oeynhausen betriebene Neurologische Reha-Zentrum in Rastede (Kreis Ammerland): Das Haus mit ehemals 27 Beschäftigten steht seit Juli leer. Patienten wurden auf andere Häuser verteilt.