BREMEN - Der Bremer SPD-Chef und Verkehrsexperte Uwe Beckmeyer soll angeblich Lobbyismus für die Deutsche Bahn betrieben haben. Im Vergabeverfahren für den S-Bahn-Verkehr in Bremen und dem niedersächsischen Umland habe er einseitig Partei für die Bahn ergriffen, heißt es in Medienberichten.
In einem Schreiben an den Bremer Senat kurz vor der Vergabe habe Beckmeyer offenbar wortwörtlich Passagen aus einem Brief der Bahn übernommen. Den Zuschlag hatte schließlich Anfang März die Nordwestbahn mit Sitz in Osnabrück als Betreiber des neuen S-Bahn-Netzes erhalten.
Beckmeyer wies die Vorwürfe zurück. Der SPD-Bundestagsabgeordnete sagte, er habe an Verkehrssenator Reinhard Loske (Grüne) nur einige ihm zur Kenntnis gekommene Informationen weitergeleitet, die für Bremen nicht unproblematisch seien. Dabei habe er unterschiedliche Quellen genutzt. Diese seien kenntlich gemacht worden.
Auf dem Landesparteitag der Bremer SPD steht Beckmeyer am diesem Sonnabend erneut als Vorsitzender zur Wahl. Landesgeschäftsführer Roland Pahl sagte, daran änderten auch die Vorwürfe nichts.
Auch soll ein Nachfolger für den bisherigen Innensenator Willi Lemke (SPD) nominiert werden. Der Landesvorstand hat dafür SPD-Justizstaatsrat Ulrich Mäurer vorgeschlagen. Mäurer soll im Mai ins Senatorenamt gewählt werden. Er wird neben dem Ressort Inneres auch das Ressort Sport leiten.
