BREMEN - Mehrere hundert Menschen haben am Mittwochabend
in Bremen gegen den christlichen Jugendkongress Christival
demonstriert. Das Bündnis No Christival hatte zu dem Protestmarsch
parallel zur Eröffnungsfeier aufgerufen. Nach Polizeiangaben waren
rund 400 Demonstranten beteiligt, nach Veranstalterangaben rund 800.
Das Bündnis kritisiert mehrere auf dem Festival angebotene Seminare,
darunter eines zu Abtreibungen. Zwei Demonstranten wurden in
Polizeigewahrsam genommen, sagte ein Sprecher der Polizei.
Während einer Zwischenkundgebung auf der Theordor-Heuss-Allee
trennte sich eine Gruppe von rund 100 Personen von den Demonstranten
ab und begab sich zu den aufgestellten Bauzäunen, die das Christival
vom öffentlichen Raum trennen sollten. Ein Element des Zaunes wurde
niedergerissen und umgestürzt. Anschließend drangen die Personen auf
das Gelände ein und trafen dort auf einige Hundert Teilnehmer des
Christivals. Ein Polizeibeamter wurde beim Versuch der Festnahme
einer Person verletzt und wurde in einem Krankenhaus ambulant
behandelt. Christival-Besucher wurden nach bisherigen Informationen
nicht verletzt.
Zwei Personen aus der Gruppe der Angreifer konnten von der Polizei
gestellt werden. Es handelt sich um zwei 18 und 19 Jahre alte Männer
aus Bremen. Gegen sie wurde ein polizeiliches Ermittlungsverfahren
wegen Landfriedensbruch eingeleitet.
Die Demonstration richtete sich nach Angaben der Veranstalter auch
gegen ein bereits abgesetztes Seminar zu Homosexualität. Aussagen
über eine angeblich mögliche Heilung von der Homosexualität hatten
für Irritationen gesorgt. Bündnis-Sprecherin Kathrin Schack sagte,
nach wie vor dürften umstrittene Initiativen auf dem Christival
Seminare anbieten. Es werde befürchtet, dass weiterhin ein Raum für
die Darstellung von Schwulen als psychisch Kranke geboten werde.
Unter dem Motto Jesus bewegt wollen auf dem Christival rund
15.000 junge Menschen aus kirchlichen Institutionen bis Sonntag mit
Gottesdiensten, Konzerten und Seminaren ihren Glauben stärken. Rund
300 Veranstaltungen sind geplant. Seit 1976 hat das Festival bislang
viermal in verschiedenen Städten stattgefunden.
