BREMEN - Der Kampf der Belegschaft des Bremer Transformatoren-Herstellers mdexx gegen Kündigungen wird fortgesetzt. Der Warnstreik soll nach Angaben der IG Metall vom Montag mindestens bis Dienstag (10.00 Uhr) dauern. Dann verhandelt die Einigungsstelle zwei Tage lang über einen Sozialplan.

Die Gewerkschaft fordert, der Arbeitgeber müsse die rechtswidrigen Kündigungen "aus der Welt schaffen" und sich an die im Vergleich vor dem Arbeitsgericht am vergangenen Dienstag vereinbarten Maßnahmen halten. Das Unternehmen hatte nach dem Vergleich noch in der Nacht zum Mittwoch knapp 200 Mitarbeitern Kündigungsschreiben per Boten ins Haus bringen lassen.

Die Belegschaft sei sehr enttäuscht, dass der Geschäftsführer am Montag nicht wie angekündigt zu einer Betriebsversammlung gekommen sei, sagte der Betriebsratsvorsitzende Herbert Strosetzky. Das gesamte mittlere Management aber habe sich für die "Verteilung der Kündigungen in der Nacht- und Nebelaktion entschuldigt", hieß es.

Das finanziell angeschlagene Unternehmen mdexx gehörte zum Siemens-Konzern und wurde im Januar an einen internationalen Investor verkauft. Knapp 200 der rund 470 Mitarbeiter sollen entlassen werden. Teile der Produktion sollen nach Tschechien verlegt werden. Als Grund für den Widerruf des arbeitsgerichtlichen Vergleichs hatte mdexx erklärt, die wirtschaftliche Lage erlaube keine weitere Verzögerung.