BREMEN - Bestes Frühlingswetter, Ostern vor der Tür – und die Bremer Marktleute denken schon an Weihnachten. Bis zum Fest sind es noch acht Monate, sie suchen aber längst nach der perfekten Tanne für den Weihnachtsmarkt. Diese muss vor allem eins: mindestens 13 Meter hoch sein und eine gute Figur machen.

„Sie muss schön gewachsen sein und darf nicht zu viele kahle Stellen haben“, sagte Rolf Herderhorst, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte, am Mittwoch. In der Lokalpresse hatten er und seine Kollegen zu dem „Baum-Casting“ aufgerufen. Neuland für die Marktleute, doch nach Angaben von Herderhorst gleich ein Erfolg. Rund 60 Baumbesitzer meldeten sich. Zahlreiche Kandidaten hat der Experte mittlerweile besichtigt. Einigen musste er alleine wegen des Standorts im Garten absagen. „Teilweise stehen die Tannen so unglücklich, dass wir mit dem Kran nicht durchkommen.“

Drei Favoriten hat Juror Herderhorst bereits auserkoren, einige Casting-Termine stehen aber noch aus. Die endgültige Entscheidung soll bis zum Wochenende fallen. Die Sieger-Tanne soll dann ab dem 24. November festlich geschmückt auf dem Bremer Marktplatz leuchten. Eine Woche vorher wird eine Spezialfirma sie fällen – was heikel sein kann, denn im vergangenen Jahr brachen dabei einige Äste des ausgewählten Weihnachtsbaums ab. Der Händler, bei dem die Marktleute sonst bestellten, musste fieberhaft nach einer Alternative suchen. Diese Tanne sei aber nicht wirklich schön gewesen, bedauerte Herderhorst. Deshalb wollen die Marktleute in diesem Jahr nichts dem Zufall überlassen. Aus der Kandidatenriege werden sie zwei Ersatz-Bäume in petto behalten.

Denn noch weiteres Ungemach könnte drohen: Ein Sturm könnte sie beschädigen oder der Blitz einschlagen – bis November ist schließlich noch viel Zeit.