BREMEN/WILHELMSHAVEN - Als neuer Fertigstellungstermin für den ersten 1000-Meter-Abschnitt des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven gilt jetzt Oktober 2011. Das teilte Emanuel Schiffer, Geschäftsführer des Hafen-Betreibers Eurogate, am Montag in Bremen mit. Ein entsprechender Terminplan mit einer Bauzeit von 42 Monaten ab jetzt sei ihm so nach einer Besprechung von Realisierungsgesellschaft und Baufirmen bestätigt worden.

Er hoffe, dass bereits vor Oktober 2011 erste Kapazitäten genutzt werden könnten, sagte Schiffer. Ursprünglich sollte der Containerhafen 2010 fertig sein.

Die Verzögerung um ein Jahr stellt den Betreiber vor Probleme. Bereits vereinbarte Umschlagmengen sollen u. a. nach Bremerhaven und Bremen umgeleitet werden. Schiffer: „Wir müssen an anderen Standorten deutlich mehr tun. Das Problem brennt uns unter den Nägeln.“

Eurogate wird in Wilhelmshaven neben Maersk (rund 30 Prozent Anteil) in Kürze auch – wie angekündigt – die russische NCC (19 Prozent) mit an Bord nehmen. Er sei sicher, dass NCC ihre Option dafür nutzen werde, sagte Schiffer. Er schloss Schadenersatz-Ansprüche nicht aus – und betonte, dass weitere Verzögerungen nicht akzeptabel seien: „Jetzt tickt die Uhr.“

Eurogate rechnet weiter mit starkem Wachstum. Die Gruppe will in diesem Jahr 800 Arbeitsplätze schaffen.


Die Landesregierung zeigte sich überrascht von der Entwicklung. „Wir haben nach wie vor großes Interesse an einer zügigen Realisierung“, sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Christian Haegele, der NWZ . Das Ministerium werde mögliche Maßnahmen zur Beschleunigung ergreifen. Die Grünen im Landtag nannten die Verzögerung „blamabel für die Landesregierung und teuer für die Steuerzahler“.

Wirtschaft, s.27

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