BREMEN - BREMEN/P - Ein besonderes Zusammentreffen fand jetzt in der Kindertagesstätte (Kita) St. Johannes in Arsten statt: Der Herr des Geldes, Finanzsenator Ulrich Nußbaum (parteillos), sollte auf seine „Sparopfer“ treffen, die Kita-Kinder. „Wann kommt denn die Nuss?“ fragte einer der Kleinen, als der Senator auf sich warten ließ.

Dann kam er und gab sich überzeugt. „Wir haben Senator Nußbaum eingeladen, um ein positives Bild der Kitas zu vermitteln“, hatte die Leiterin der Kita, Hella Wesseler-Kühl, zuvor erklärt. Er sei „fest überzeugt, dass Kinderbetreuung ein wichtiger Standortfaktor für das Land Bremen“ sei, meinte Nußbaum. Er begrüße es, wenn Kinder schon früh lernen, selber zu wirtschaften.

Die Kita stellte ein Projekt vor, das besonders geeignet ist, den Finanzsenator von der Notwendigkeit von Fachkräften im Erzieher-Beruf zu überzeugen: Die Kinder waren in kleinen Gruppen ins „wirkliche Leben“ hinausgegangen und hatten einen Bäcker, eine Pizzeria und andere Betriebe besucht. Zurück in der Kita, eröffneten sie dann ihr eigenes Einkaufszentrum. „Wir wollen für die Kinder verständlich nachstellen, was Wirtschaft ausmacht“, erklärte Wesseler-Kühl das Lernprojekt. Im „Kid’s Park“ ist alles so realistisch wie möglich gestaltet. Jedem Kindergeschäft stand ein Bremer Betrieb Pate. „Erst wollten wir eine Kita-Währung einführen“, erzählt Wesseler-Kühl. Da mussten die Kita-Kinder ihre Leiterin erst mal aufklären, dass „echtes Geld doch wirklich besser“ sei.

Nußbaum, der selbst zwei Töchter hat, ließ sich ein auf das Einkaufszentrum der Kinder und auch auf die Sorgen der Kita-Verantwortlichen, dass in Bremen nur Investitionen etwas gelten und nicht laufende Kosten, etwa für Kitas. Investitionen in Kinderbetreuung und in das Bildungssystem könnten einen volkswirtschaftlichen Return auslösen und sich auf lange Sicht auszahlen, bekannte Nußbaum sich zu einem weiten Investitionsbegriff. „Allerdings“, schränkte er ein, „müssen solche Investitionen auch effizient sein. Wir brauchen die Kitas da, wo die Kinder sind.“ Das bedeutet: Wenn in den nächsten Jahren die Zahl der Kinder rückläufig ist, wird es zu Schließungen kommen.

Für die Kita Arsten sagte Nußbaum zu, dass die Einrichtung in Zukunft nicht mit den Einnahmen aus dem „Kid’s Park“ auskommen muss. Wer etwas Geld im Einkaufszentrum „Kid’s Park“ am Korbhauser Weg lassen möchte, hat noch bis zu den Sommerferien Gelegenheit dazu.