Bremen/Oldenburg - Die Bremer Landesbank (BLB) wird es in ihrer bisherigen Form schon in Kürze nicht mehr geben. Die NordLB, die die angeschlagene BLB gerade erst zum 1. Januar 2017 vollständig übernommen hatte, kündigte am Donnerstag an, dass die Bremer Landesbank noch in diesem Jahr mit der NordLB fusionieren werde. Damit verliert die BLB ihre rechtliche Eigenständigkeit.
Auf der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Bremen begrüßte BLB-Vorstandschef Christian Veit die angekündigte vollständige Fusion mit der Mutter NordLB. Ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro 2016 und eine damit verbundene erhöhte Kapitalanforderung von außen machten die Fusion zur „einzig sinnvollen Weiterentwicklung“, sagte er.
Neben der rechtlichen Eigenständigkeit verliert die Bremer Landesbank auch einige Geschäftsbereiche. Das Geschäft mit Schiffsfinanzierungen, das rund 29 Prozent des gesamten BLB-Geschäfts ausmache, werde ebenso wie das Kapitalmarktgeschäft künftig in der NordLB zusammengeführt und von Hannover aus gesteuert, erklärte Veit. In Bremen blieben aber Ansprechpartner vor Ort.
„Die BLB verantwortet als Kunden- und Mittelstandsbank das Geschäft mit Firmenkunden in Nordwestdeutschland und Private Banking für anspruchsvolle Privatkunden“, sagte Veit zum künftigen Geschäftsmodell. Zudem fokussiere man sich als Spezialistenbank auf Finanzierungen etwa im Bereich Erneuerbare Energien und Leasing.
Veit betonte, dass die BLB-Standorte in Bremen und Oldenburg erhalten bleiben sollen, allerdings würden Stellen wegfallen. „Natürlich wird die Integration und Neuausrichtung dazu führen, dass Arbeitsplätze abgebaut werden“, sagte der Vorstandschef. Wie viele Stellen den bisherigen Doppelstrukturen mit der Konzernmutter in Hannover zum Opfer fallen, sei noch nicht geklärt, so Veit. Zuletzt beschäftigte die BLB rund 1000 Mitarbeiter – davon rund 300 in Oldenburg.
Im Zuge des Fusionsprozesses müsse auch geklärt werden, ob die Marke BLB langfristig erhalten bleibe und ob es personelle Veränderungen in der BLB-Vorstandsetage geben werde, sagte Veit. „Bis auf Weiteres“ werde die Marke aber bestehen bleiben. Eine eigene Jahresbilanz werde die BLB allerdings künftig nicht mehr präsentieren.
Die BLB war durch die globale Schifffahrtskrise 2016 massiv in Schieflage geraten. Veit sprach „vom schwierigsten Jahr in der Geschichte der Bremer Landesbank“. Das Kreditinstitut hatte die Risikovorsorge für Schiffsfinanzierungen um insgesamt 1,5 Milliarden Euro aufstocken müssen. Am Ende stand ein Verlust von 1,4 Milliarden Euro.
Wie der BLB-Vorstand am Donnerstag mitteilte, sei das Schiffsportfolio auch 2016 weiter zurückgefahren worden. Ende 2016 hätten noch 575 Schiffe – 73 weniger als ein Jahr zuvor – mit einem Gesamtvolumen von 6,1 Milliarden Euro in den Büchern gestanden. Die BLB-Führung betonte, dass in den anderen Geschäftsbereichen, etwa im Firmenkundengeschäft und bei Erneuerbaren Energien, sehr positive Ergebnisbeiträge erzielt worden seien.
Neben der BLB steht auch die Konzernmutter NordLB selbst vor großen Herausforderungen. Das schwierige Geschäft mit Schiffskrediten, an dem die BLB allerdings einen wesentlichen Anteil hatte, brockte Norddeutschlands größter Landesbank 2016 einen Verlust von 1,96 Milliarden Euro ein, teilte das Institut am Donnerstag mit.
Die Fusion mit der BLB sieht NordLB-Chef Thomas Bürkle „als große Chance“. Bevor die positiven Effekte greifen würden, stünden aber Umstrukturierungskosten und auch Stellenabbau an. „Das wird keine ganz kleine Zahl sein; das passiert auch nicht in einem Jahr“, sagte er. Entlassungen sollten vermieden, könnten aber nicht ausgeschlossen werden.
