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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bremer lassen Reedern ein Licht aufgehen

30.08.2011

BREMEN Eine halbe Stunde lang dreht sich die Laterne auf einem Karussell und wird dabei von einem Wasserstrahl nass gespritzt: Diese Dusche bekommt jede neu entwickelte Schiffslampe des Unternehmens Aqua Signal. Denn auf hoher See sind Navigationslampen und Suchscheinwerfer besonderen Bedingungen ausgesetzt. An Bord rüttelt es, mal ist es klirrend kalt, mal flirrend heiß, und immer wieder spritzt salziges Wasser auf das Gehäuse.

„Da darf eines nicht passieren: Die Lampen dürfen nicht kaputt gehen“, erklärt Laborleiter Hasso Alexander Schulz, verantwortlich für die Simulationstests bei dem Bremer Schiffslampenhersteller. Deswegen schickt Schulz jede Neuentwicklung auf einen Testparcours. Die Lampen müssen durch ein Salzbad, auf ein Vibrationsbrett und in einen Temperaturschrank – nur so können sie die strengen Normen des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie erfüllen.

Etwa 250 000 Produkte hat Aqua Signal nach eigenen Angaben im Angebot. Die Palette reicht von Navigationsleuchten für Containerschiffe, Deckenlampen für Fischerboote und U-Boot-Leuchten für Marineschiffe bis zu Lichterketten für Kreuzfahrtschiffe und explosionsgeschützten Leuchten für Tanker und Ölplattformen. „Einer unserer größten Aufträge war 2010 ein Navy-Flugzeugträger“, erzählt Geschäftsführer Jörg Koch-Losekamm. „Den haben wir komplett mit Lampen ausgestattet – vom Flugdeck bis zur Kajüte und Kombüse.“

In Deutschland habe Aqua Signal, das zum norwegischen Mutterkonzern Glamox gehört, rund 80 Prozent Marktanteil, weltweit seien es etwa 25 Prozent. „In unserem speziellen Segment sind wir Weltmarktführer“, sagt Koch-Losekamm. Konkurrenten gebe es vor allem auf dem asiatischen Markt in China und Korea. Dass Aqua Signal Weltmarktführer ist, kann der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbauer zwar nicht bestätigen, doch der Hersteller sei ihnen „als erfolgreiches Signaltechnik-Unternehmen bekannt“.

Während die Logistik-Zentrale des Unternehmens in Bremen ist, übernehmen etwa 100 Mitarbeiter in Teterow in Mecklenburg-Vorpommern das Zusammenbauen der Lampen. „Wir sorgen dafür, dass die Leuchten gut verpackt sind“, sagt Koch-Losekamm. Die Glühbirnen kauft Aqua Signal von anderen Unternehmen ein. „Wegen der Nähe zum Meer ist Bremen ein idealer, logistischer Standort.“ Hier arbeiteten rund 150 Werkzeugbauer, Prüftechniker und Lagerarbeiter.

„Unsere großen Kunden sind die Werften und Reedereien“, erklärt Koch-Losekamm. Dazu zähle neben der Meyer Werft in Papenburg zum Beispiel Mitsubishi in Japan. Rund 34 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete die Aqua Signal GmbH 2010 (bei 4,3 Millionen Euro Gewinn). Mit Lampen für Containerschiffe macht das Unternehmen rund die Hälfte seines Umsatzes, gefolgt von zwölf Prozent für Kreuzfahrtschiffe und Fähren und zehn Prozent für Sportboote.

Um der schwierigen Auftragslage der Schiffsbauer entgegenzuwirken, konzen-triert sich der Lampenhersteller nun auf die Beleuchtung von Windrädern – auch in Offshore-Windparks.

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