BREMERHAVEN/BREMEN - Das Alfred-Wegener-Institut will

Anfang kommender Woche über das umstrittene Eisendünger-Experiment

des deutschen Forschungsschiffs „Polarstern“ im antarktischen Ozean

entscheiden. Am Montag lägen neue Gutachten des französischen

Forschungsinstituts zur Nutzung der Meere „Ifremer“ und des


britischen Polarforschungs-Programms „British Antarctic Survey“ vor,

sagte Folke Mehrtens vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) am Donnerstag.

Beide Gutachten gingen dem Bundesforschungsministerium zu. Wenn sich

das Ministerium danach für eine Aussetzung des Experiments

ausspreche, werde es nicht gestartet, ergänzte AWI-Direktorin Karin

Lochte in Berlin. „Wir wollen keinen politischen Eklat.“

Gegen das Experiment, das für Ende Januar geplant ist, hatte es

großen Widerstand von Meeresschützern gegeben. Von Bord der

„Polarstern“ aus soll ein 300 Quadratkilometer großes Meeresgebiet

für die Grundlagenforschung mit sechs Tonnen Eisen gedüngt werden.

Die Kritiker des Experiments befürchten unter anderem eine Störung

der Meeresökologie. Nach Angaben der Aktionskonferenz Nordsee in

Bremen geht es darum, für die Wirtschaft eine billige Lösung zur

Aufnahme des Treibhausgases Kohlendioxid in den Ozean zu finden.

Forscher des Alfred-Wegener-Instituts aus Bremerhaven bekräftigten

am Donnerstag in Berlin, dass es sich um ein „rein

wissenschaftliches“ Experiment handele. Es verfolge keinerlei

kommerzielle Interessen.

Nach AWI-Angaben hat es bereits fünf Eisendüngungsexperimente im

Südozean gegeben. Das neue Experiment sei seit langem bekannt und

werde in Zusammenarbeit mit Indien seit mehreren Jahren vorbereitet.

Das Forschungsschiff „Polarstern“ ist am 7. Januar in Kapstadt

ausgelaufen.