• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Von Supermarkt-Sushi bis Tiefkühl-Paella

24.07.2018

Bremerhaven /Hamburg Wer in einen Supermarkt geht, wird häufig bereits am Eingang mit einer riesigen Auswahl an fertigen Speisen zum Mitnehmen begrüßt: Obstsalat, Wraps und Sushi liegen in Kühltheken. Und in der Konservenabteilung warten Gulaschsuppen und Königsberger Klopse. Im Tiefkühlregal liegen Pizzen, Fischstäbchen und Thai-Gemüsepfannen.

Das Angebot der Hersteller wird größer, und die Verbraucher greifen häufiger zu. „Der Trend zu Fertiggerichten hält an“, sagt Wolfgang Adlwarth von der Deutschen Gesellschaft für Konsumforschung. Stark wachsend sei vor allem die Nachfrage nach Produkten zum sofortigen Verzehr, sogenannten Convenience.

Zeit sparen

Der Grund dafür aus Sicht des Experten Adlwarth: Die Menschen haben wenig Zeit und sind viel unterwegs. „Sie sind froh, wenn sie Zeit sparen können und das nicht zulasten des Geschmacks und der Gesundheit geht.“ Frische Snacks scheinen dafür genau das Richtige zu sein.

Beliebt sind auch fertige Speisen wie Pfannkuchen oder komplette Menüs aus dem Kühlregal, die Auswahl wächst ebenfalls. Dabei folgen die Hersteller längst dem Trend zu veganen, laktosefreien und glutenfreien Angeboten. Auch der Absatz von Mahlzeiten aus dem Eisfach steigt: Nach Angaben des Deutschen Tiefkühlinstituts lag 2017 der Pro-Kopf-Verbrauch von TK-Produkten bei 46,3 Kilo. Zehn Jahre zuvor waren es 38,1 Kilo.

Auch Ergebnisse einer Forsa-Umfrage für den „Ernährungsreport 2017“ bestätigen diese Entwicklung. 41 Prozent gaben an, gern mal eine Tiefkühlpizza oder eine andere Fertigmahlzeit zu essen. 2015 waren es nur 32 Prozent.

Konsumforscher Adlwarth führt den Trend zu Convenience auch darauf zurück, dass sich der Lebensstil der Menschen verändert hat. Es gebe immer mehr Ein- oder Zwei-Personen-Haushalte, feste Strukturen seien selbst in Familien nicht mehr Standard. „Eltern und Kinder kommen zu unterschiedlichen Zeiten nach Hause, gemeinsame Mahlzeiten sind nicht mehr üblich“, sagt Adlwarth. Gekocht wird vornehmlich nur noch am Wochenende, dann aber gerne aufwendig: „Edelkochen ist im Trend“, sagt er.

„Am Wochenende wird gern in Gemeinschaft das Frischeste vom Frischesten zelebriert“, sagt Alfred Jansen, Sprecher des Hamburger Tiefkühlkost-Herstellers Iglo. In der Woche Fertiggericht, am Wochenende exklusives Drei-Gang-Menü. „Es gibt nicht entweder oder, sondern ein sowohl als auch“, sagt Jansen.

Auch der demografische Wandel führt zu einer größeren Nachfrage. Ältere alleinlebende Menschen wollen nicht kochen oder können es nicht mehr. Bei den Jüngeren mangelt es ebenfalls mitunter an der Fähigkeit. „Sie stehen vorm Regal und wissen nicht, was sie kaufen sollen“, sagt Monika Wilhelm, Geschäftsführerin der Dr. Rainer Wild-Stiftung, die sich der gesunden Ernährung widmet.

Gestiegene Ansprüche

In einer Umfrage für den „Ernährungsreport 2018“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums gaben fast alle Befragten an, dass ihnen beim Essen neben dem guten Geschmack auch der Gesundheitsaspekt wichtig sei. Der Anspruch ans Essen steigt“, sagt Frosta-Vorstand Hinnerk Ehlers. Das Unternehmen aus Bremerhaven wirbt für seine Eigenprodukte damit, komplett auf Geschmacksverstärker, Farbstoffe und Aromen zu verzichten.

Ernährungswissenschaftlerin Wilhelm warnt jedoch davor, sich dauerhaft von Fertigmenüs zu ernähren – auch wenn Hersteller noch so damit werben, wie gesund sie seien. „Fertiggerichte sind nicht gleichwertig mit Selbstgekochtem“, sagt sie. „Sie haben mehr Salz und der Fettanteil ist höher.“ Wilhelm empfiehlt, wenn es denn mal wieder schnell gehen soll: Lieber nur eine halbe Pizza essen und dazu Rohkost oder Salat.

Weitere Nachrichten:

Bundeslandwirtschaftsministerium | Frosta | GfK | Forsa

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.