BREMERHAVEN - Der Autoterminal in Bremerhaven hat eine neue Zufahrt zu den Weltmeeren. Mit einem Festakt wurde am Freitag die neue Kaiserschleuse eröffnet, ein 233 Millionen teueres Bauwerk, das eine mehr als 100 Jahre alte Vorgängerin ersetzt. Bremerhaven gilt als eine der größten Automobildrehscheiben in Europa.
Die 305 Meter lange und 55 Meter breite Schleuse ist so dimensioniert, dass sie von den größten Autotransportschiffen passiert werden kann. In Bremerhaven wurden 2010 rund 1,6 Millionen Import- und Exportautomobile umgeschlagen. Mit der neuen Schleuse gewinnt Bremerhaven nach Überzeugung der Hafenverwaltung Bremenports wieder Anschluss an die Entwicklung in der internationalen Schifffahrt.
Der Neubau geht auf eine langjährige Forderung der Reedereien und der Hafenwirtschaft zurück. Bislang verfügte Bremerhaven mit der Nordschleuse nur über eine für alle Schiffsgrößen geeignete Hafenzufahrt. Reeder und Umschlagsunternehmen befürchteten bislang, dass der gesamte Hafenbetrieb Schiffe bei einem Problem mit dieser Schleusen zum Erliegen kommen könnte.
Die neue Schleuse soll Planungssicherheit für die kommenden Jahrzehnte geben. Nach Angaben der Hafenverwaltung ist sie für eine Betriebszeit von mindestens 80 Jahren konzipiert. Dabei sei sie so dimensioniert, dass sie mit der Schiffsgrößen-Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten mithalten kann. In Rekordzeiten wurden dort 2,2 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen. Nach einem drastischen Rückgang des Pkw-Imports liegt der Jahresumschlag in Bremerhaven derzeit bei 1,6 Millionen Fahrzeugen.
Die Bauzeit betrug dreieinhalb Jahre. Dabei wurde die alte Kaiserschleuse abgerissen und in parallel laufenden Arbeiten durch eine neue Schleusenkammer ersetzt. Die beiden jeweils 56 Meter langen und 2200 Tonnen schweren Schleusentore wurde auf einer Werft in Polen gebaut und schwimmend nach Bremerhaven gebracht. Die Kaiserschleuse ist das vorläufig letzte Hafenbauprojekt im Land Bremen, das aus öffentlichen Mitteln finanziert wird.
An diesem Sonnabend sollen knapp 400 Sportboote durchgeschleust werden, die sich zuvor als längste Sportboot-Parade der Welt auf der Weser formieren wollen.
