BRESLAU - Im Kampf gegen die Schuldenkrise sperren sich die Euroländer wegen leerer Kassen gegen Milliarden-Finanzspritzen nach amerikanischem Muster. „Wir sehen keinen Spielraum in der Eurozone, der uns erlauben könnte, neue Konjunkturpakete aufzulegen“, sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, Luxemburgs Jean-Claude Juncker, am Freitag im polnischen Breslau (Wroclaw).
In dieser Frage gibt es einen Disput mit den USA: Deren Finanzminister Timothy Geithner nahm erstmals an dem Treffen seiner EU-Kollegen teil und pochte auf verstärkte Anstrengungen der Europäer, die schwächelnde Konjunktur zu beleben.
Um den anhaltenden Turbulenzen auf den Finanzmärkten Herr zu werden, üben die Eurozone und die USA gleichwohl den Schulterschluss: Geithner und seine Euro-Kollegen verständigten sich Diplomaten zufolge auf eine engere Zusammenarbeit bei der Stabilisierung der Märkte.
Unterdessen bleibt die Beteiligung der internationalen Banken an der Rettung Griechenlands umstritten. Nach Berechnungen der Grünen fällt der Anteil womöglich weit geringer aus als erwartet. Dadurch könnte die Belastung der Steuerzahler steigen. Der Bankenverband wies dies als sachlich falsch zurück.
Derweil hat sich eine Gruppe prominenter Ökonomen hinter die Überlegungen von Wirtschaftsminister Philipp Rösler zur Zukunft Griechenlands gestellt. Sie seien seit langem der Meinung, dass eine Staatsinsolvenz in Betracht gezogen werden sollte, heißt es in einer Erklärung, aus der die „FAZ“ zitiert. Verfasst haben den Aufruf der frühere Vorsitzende der Monopolkommission, Carl-Christian von Weizsäcker, und Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.
